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Nicolás Maduro: Venezuelas Kronprinz

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Nicolás Maduro: Venezuelas Kronprinz

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Nicolas Maduro, seit 20 Jahren steht er an der Seite von Venezuelas heutigem Staatschef Hugo Chávez. Jetzt, da der Präsident schwer an Krebs erkrankt ist, hält Maduro die Öffentlichkeit über den Gesundheitszustand von Chávez auf dem laufenden.

1962 wird Maduro in Caracas geboren. Schon früh engagiert er sich politisch. Ohne formellen Schulabschluss, arbeitet er bei der Metro Caracas als Busfahrer und er steigt in der Gewerkschaft immer weiter auf. 1992 lernt er Chávez kennen, dem Maduros Frau nach dem gescheiterten Putsch als Anwältin zur Seite steht. Chávez muss damals für einige Zeit ins Gefängnis. 2007 dann gehörte Maduro zu den Gründern der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas, außerdem schreibt er an der neuen Verfassung des Landes mit.

Im August 2006 ernennt Chávez ihn zum Außenminister Venezuelas. Der ehemalige Gewerkschaftsführer, Leibwächter und Busfahrer wird also zum internationalen Vertreter und Sprecher des “Chavismo”, der Politik des sozialistischen Präsidenten Chavez also.

Maduro ist gleichzeitig ein unerlässlicher Vertreter Venezuelas bei den Gipfeln der Bolivarianischen Allianz für Amerika, kurz: ALBA. Diesem wirtschaftlichen und politischen Bündnis gehören mehrere lateinamerikanische und karibische Länder an.

Auf den Gipfeln bedient sich Maduro derselben deutlichen Rhetorik wie sein politischer Ziehvater, wenngleich ihm dessen Charisma fehlt. Nach dem Massaker auf der Gaza-Hilfsflotte sagte er: “Die Regierung von Präsident Hugo Chávez verurteilt das Massaker, das an einer Gruppe von Männern und Frauen begangen wurde, die lediglich versuchten, dem palästinensischen Volk zu helfen.”

Am 10. Oktober 2012 wird seine Loyalität erneut belohnt. Kurz nach seiner Wiederwahl weist Chávez Maduro einen Schlüsselposten im Machtgefüge zu.

Dieses Vertrauen verfestigt sich einige Zeit später noch einmal, als Chávez, von neuem an Krebs erkrankt, Maduro offiziell zum Nachfolger bestimmt, sollte er sein Amt verlassen müssen.

Dieser Fall könnte vielleicht tatsächlich eintreten. Am 30. Dezember ist Maduro in Havanna auf Kuba. Dort wird Präsident Chávez behandelt. Maduro erklärt, dass sich der Gesundheitszustand von Chávez erneut verschlechtert habe.