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Im Vatikan wird nur noch "Cash" akzeptiert

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Im Vatikan wird nur noch "Cash" akzeptiert

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Im Vatikan kann nicht mehr mit Karte gezahlt werden und die Geldautomaten spucken keine Scheine mehr aus. Italienische Medien hatten berichtet, dass die italienische Zentralbank die Nutzung elektronischer Zahlungsmittel seit Jahresbeginn vorläufig ausgesetzt habe. Grund für diese Maßnahme sollen Anti-Geldwäsche-Vorschriften sein, wurde vermutet.

Auch die vatikanischen Museen akzeptieren momentan nur Bares beim Verkauf ihrer Eintrittskarten. Ein amerikansicher Tourist ärgert sich: “Jetzt müssen wir uns Bargeld beschaffen, und wir wissen nicht, wie.”

Der Vatikan erfülle nicht die notwendigen internationalen Anti-Geldwäsche-Standards, behauptet Wirtschaftsexperte Alberto Sodini. “Alle EU-Länder müssen sich an bestimmte Gesetze halten, was die Geldwäsche betrifft. Diese Gesetze müssen auch für ein Land wie den Vatikan gelten. Wenn der Vatikan sich nicht daran hält, kann die italienische Zentralbank Maßnahmen ergreifen, wie sie es nun getan hat”, so Sodini.

Vatikansprecher Federico Lombardi bemühte sich um Schadensbegrenzung und versicherte vor der Presse, in den Geschäften des Vatikanstaates werde es bald wieder möglich sein, auf elektronischem Wege zu bezahlen.

Lombardi wies darauf hin, dass die Verträge einiger Geschäfte des Vatikanstaates mit einem externen Dienstleister in diesen Tagen ausliefen; dabei gehe es um die technische Bereitstellung der Möglichkeit zur Zahlung mit Kredit- oder EC-Karten. Wegen dieser auslaufenden Verträge ist es momentan nicht möglich, in vatikanischen Einrichtungen auf elektronischem Wege zu bezahlen, davon betroffen sind auch öffentlich zugängliche Einrichtungen wie beispielsweise das Postbüro oder die Apotheke. Der Vatikan, so Lombardi, stehe momentan in Verhandlungen mit mehreren Anbietern.