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Machtkampf um Nachfolge des kranken Chávez hat begonnen

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Machtkampf um Nachfolge des kranken Chávez hat begonnen

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Noch lebt er: Venezuelas Präsident Hugo Chávez. Doch hinter den Kulissen hat bereits der Kampf um die Nachfolge des gesundheitlich schwer angeschlagenen Staatschefs begonnen. Zwei Männer ringen um die Macht. Sein Stellvertreter
Nicolás Maduro und Diosdado Cabello, Chef der Nationalversammlung. Vor laufenden Kameras gibt sich Maduro freilich noch zuversichtlich, dass Chávez wieder gesund wird.

Chávez sei sich seiner schwierigen Situation bewußt und habe den Kampf gegen seine Krankheit angenommen. Dies habe er dem Volk ausrichten lassen, so Maduro nach einem Krankenbesuch bei Chávez in Kuba.

Maduro und Cabello sollen jedoch bereits Kontakte zu den USA aufgenommen haben und um Unterstützung im Kampf gegen den jeweils anderen gebeten haben. Maduro verwies dabei auf Cabellos Verstrickung in Drogengeschäfte. Der soll den Amerikanern erklärt haben, wie eng Maduros Beziehungen zum kubanischen Regime sind.

Venezuelas Informationsminister Ernesto Villegas rief die Bevölkerung auf, sich nicht von Gerüchten über Chávezs Gesundheitszustand verwirren zu lassen. Damit solle die Stabilität im Land geschwächt werden.

Es scheint jedoch, dass die Gefahr für das Land nicht von ausländischen Medien ausgeht, wie Villegas meint. Die Bürger bleiben trotz des Machtvakuums recht ruhig.

“Chávez mag sterben, aber die Revolution lebt. Wir sind alle Revolutionäre.”, meinte eine Frau.

Und ein anderer Bürger sagt:
“Wir müssen abwarten und sehen was passiert.”

Auch wenn von offizieller Seite her Optimismus verbreitet wird. Dass Chávez sich von seiner Lungenentzündung, die als Folge seiner vierten
Krebsoperation aufgetreten ist, wieder erholt, glauben ganz offensichtlich nicht einmal mehr seine treuesten Gefolgsleute.