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Wie sähe Venezuela ohne Chavez aus?

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Wie sähe Venezuela ohne Chavez aus?

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Beatriz Lecumberri kennt die Gefühlslage in Venezuela sehr gut. Sie arbeitete dort von 2008 bis 2011 für die französische Presse Agentur. Und sie ist Autorin des Buches “Sentimentale Revolution”. Gegenüber Euronews erklärte sie:

Chavez’ Krankheit hat alle überrascht, vor allem ihn selbst. Aber auch den Kern seiner Partei und den inneren Kreis der Regierung.

Damit hat niemand gerechnet, auch Chavez nicht.
Er hat viele mögliche Szenarien durchgespielt, aber
nicht die einer unvorhergesehenen Krankheit und seines Todes.

Chavez hat gesagt, “ich werde bis 2021 regieren”. Und plötzlich taucht da diese Krankheit auf, etwas, das er nicht kontrollieren kann. Und das hält ihn nun von der politischen Bühne fern.

Die venezolanische Bevölkerung wird einige Zeit brauchen, um sich an ein Land ohne Chavez zu gewöhnen. Und zwar sowohl seine Anhänger als auch seine Gegner.

Er ist ein einzigartiger Präsident. Eine solche Persönlichkeit lässt niemanden kalt. Entweder man liebt ihn überschwänglich, oder man hasst ihn abgrundtief.

Es ist offensichtlich, Chavez ist der Chavismus. Es ist unglaublich schwierig, dieses Charisma, diese Omnipräsenz, diese Art der Politik aufrechtzuerhalten, die so auf eine Person fokussiert ist.

Ich denke, es ist möglich, die Revolution ohne Chavez fortzuführen. Aber der Chavismus wäre ohne ihn schwer vorstellbar. Er müsste einen neuen Namen bekommen.

Chavez hat bei seiner Abreise ins Krankenhaus nach Kuba keinen Zweifel daran gelassen, wem er seine Macht übergeben will. Er sagte: “Ich will, dass Nicolas Maduro mein Nachfolger wird.”

Ich glaube, das ist sinnvoll, denn er ist Chavez von allen in der Partei am ähnlichsten, auch wenn Maduro keinen militärischen Hintergrund hat.

Nicolas Maduro wirkt auf die Venezolaner genauso wie Chavez.