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Juan Carlos wird 75 - und denkt nicht ans Abdanken

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Juan Carlos wird 75 - und denkt nicht ans Abdanken

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Spaniens König Juan Carlos wird an diesem Samstag 75. Und nutzt die Gelegenheit, nach den Skandalen des vergangenen Jahres sein Image weiter aufzupolieren – mit dem ersten Fernsehinterview seit zwölf Jahren. Peinliche Fragen zu seiner kostspieligen Elefantenjagd mitten in der Krise und den Korruptionsvorwürfen gegen seinen Schwiegersohn blieben ihm hier erspart.

An Abdanken denkt er nicht, auch wenn einige Politiker ihm das nach dem Jagd-Skandal nahegelegt hatten: Er sei gut in Form – mit viel Energie und vor allem mit der Hoffnung, weiter voranzukommen und die Herausforderungen anzugehen, den größtmöglichen Kompromiss zu suchen, damit die Spanier diese Herausforderungen meistern können.

Sorgen bereitet ihm die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien, die ganze Familien in unwürdige Lebensumstände treibe, und Abspaltungstendenzen wie in Katalonien. Seine größte Sorge: “Die Unnachgiebigkeit, die uns zu Maximalforderungen treibt, dazu, immer das Beste zu wollen, zu einer Politik, die uns genehm ist, die aber zum Bruch mit anderen führt. Ich denke, das ist für Spanien im Moment nicht das Richtige, Spanien braucht Einheit.”

Bei seiner Krönung 1975 hatte Juan Carlos als Zögling des Diktators Francisco Franco gegolten. Umso mehr überraschte er die Spanier damit, dass er Anstoß zu Reformen gab und 1981 die junge Demokratie gegen einen Putschversuch verteidigte.

Mit der teuren Elefantenjagd, während das Land sparen muss, hatte er sich im vergangenen Jahr unbeliebt gemacht und sich öffentlich entschuldigt.