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Kuba und die Linke - Was passiert nach Chavez?

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Kuba und die Linke - Was passiert nach Chavez?

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Dass Venezuelas schwer kranker Präsident Hugo Chavez an die Hebel der Macht zurückkehrt, wird immer unwahrscheinlicher. Was bedeutet das für das Land und die Region? Beatriz Lecumberri hat für die französische Presseagentur in Venezuela gearbeitet und kennt die Verhältnisse dort. Bei Euronews spricht sie über das Verhältnis zu Kuba und die lateinamerikanische Linke.

Es gibt viele verschiedene Abkommen zwischen Venezuela und Kuba. Viele davon sind kaum bekannt und schwer durchschaubar. Die Beziehungen zwischen den Ländern müssen überarbeitet und wohl auch geändert werden. Wenn Nicolas Maduro das Präsidentenamt übernimmt, werden die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern wohl anhalten. Sollte die Opposition an die Macht kommen, wird sich einiges ändern. Und das könnte unangenehm werden für Kuba, wenn man bedenkt, dass derzeit pro Tag 300.000 Barrel venezolanisches Öl nach Kuba geliefert werden.

Ich denke, Chavez hat viel für die lateinamerikanische Integration getan. Aber ich glaube auch, dass die lateinamerikanische Linke ihren Weg nun alleine fortsetzen muss, ohne auf Chavez als Führer und Inspiration zu schauen. Die linke Politik der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff ist vielleicht noch die gemäßigste. Es gibt viele verschiedene Formen linker Politik in der Region und sie alle haben ihre Berechtigung. Chavez’ Rolle als Bindeglied mag für eine gewisse Zeit notwendig gewesen sein. Doch glücklicherweise ist man dort inzwischen reifer geworden. Man muss Chavez’ Leistung im Hinblick auf die Einigung einer zerstrittenen Region jedoch anerkennen.