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Frankreichs Justiz nimmt Haushaltsminister ins Visier

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Frankreichs Justiz nimmt Haushaltsminister ins Visier

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Die Staatsanwaltschaft in Paris hat Vorermittlungen gegen den französischen Haushaltsminister Jérôme Cahuzac aufgenommen. Cahuzac steht im Verdacht, über ein Konto bei der Schweizer Großbank UBS jahrelang Steuern hinterzogen zu haben. Das berichtet das französische Enthüllungsportal Mediapart. Cahuzac bestreitet die Vorwürfe.

Laut Mediapart hat Cahuzac das Konto im Jahr 2010 aufgelöst und das Geld nach Singapur transferiert. Die Enthüllungsjournalisten berufen sich unter anderem auf eine Tonbandaufnahme, auf der Cahuzac angeblich den Kontenbesitz einräumt. Bei Mediapart freut man sich über den möglichen Coup.

Fabrice Arfi von Mediapart: “Von juristischem Standpunkt aus war es offensichtlich dringlich, auf Grundlage der Fakten Ermittlungen aufzunehmen. Das ist ein guter Schritt und wir von Mediapart freuen uns, dass die Justiz sich jetzt darum kümmert, und es kann noch besser werden, wenn die Untersuchungen an einen Ermittlungsrichter weitergeleitet werden, der politisch unabhängig ist.”

Cahuzac sagte, er freue sich über die Ermittlungen, so kämen die Anschuldigungen endlich vom Tisch. Er will sich nun unter anderem von der Bank bestätigen lassen, dass er dort nie ein Konto hatte. Unterdessen stellten sich Frankreichs Präsident Francois Hollande und Regierungschef Jean-Marc Ayrault hinter ihren Minister.