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Ganz in grün - ökologische Hochzeiten im Trend

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Ganz in grün - ökologische Hochzeiten im Trend

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Allen Scheidungsstatistiken zum Trotz erfreuen sich Eheschließungen in Europa noch immer großer Beliebtheit. Auch wenn die Zahlen eher gesunken sind – jedes Jahr geben sich bei uns mehr als zwei Millionen Paare das Ja-Wort.

Vor allem im Vereinigten Königreich haben heiratswillige Paare nun einmal mehr die Qual der Wahl. Denn eine neue Mode hat ihren Siegeszug angetreten, die der green wedding, der Grünen Hochzeit.

Kate und Gareth wollen ihre Hochzeit im kommenden Frühjahr in Bournemouth im Hotel “The Green House” feiern. Vom Brautkleid bis zum Tafelaufsatz – Kate ist wichtig, dass die Umwelt bei ihrer Planung nicht zu kurz kommt.

“Zuerst haben wir nur darauf geachtet, dass die ausgewählten Produkte aus unserer Region stammen”, erklärt Kate Richards. “Unser Kuchen wird zum Beispiel von einer Frau gebacken, die die Zutaten vor Ort aussucht. Lokale Unternehmen haben bei uns Vorrang. Außerdem wurde uns dann auch wichtiger, dass die Zutaten ökologisch sind.
Letztlich haben wir gar nicht so viel mehr ausgegeben, als ursprünglich geplant. Es geht darum, eine bewusste Auswahl zu treffen, anstatt einfach nur nach dem Günstigsten zu suchen. Wir müssen uns einfach nur etwas mehr Gedanken machen und dann wird hoffentlich jede Kleinigkeit helfen.”

Katie Fewings zeigt auf ihrer Internetseite, wie Paare und Dienstleister Hochzeiten ökologisch bewusst planen können. Im Jahr 2005 hat auch sie “ganz in grün” das Jawort gegeben. Sie gilt als eine der Wegbereiterinnen dieses Trends.

Bei der Planung ihrer Hochzeit erkannte sie nach und nach, was eine solche Hochzeit eigentlich bedeutet: “Ich bin durch meine eigene Hochzeit darauf gestoßen. Als ich begann, all diese Magazine zu lesen. Mir wurde klar, dass eine durchschnittliche Hochzeit gut und gerne 20.000 Euro kosten kann. Für meinen Mann und mich war das völlig utopisch, das sahen wir nicht ein. Einige Leute geben sogar noch mehr aus – stellen Sie sich doch nur vor, wieviel Gutes wir mit diesem Geld tun könnten, wenn wir es nur gezielter einsetzten.”

Auch Becci Coombes-Burr hat im Jahr 2004 ihre grüne Hochzeit gefeiert. Um Kosten zu sparen und die Herkunft der Materialien und Zutaten besser kontrollieren zu können, hat Becci von der Tischdekoration bis zum Brautkleid alles selbst gemacht. “Ist doch toll, dass das nun eine Mode wird, aber man muss gar nicht so viel Geld dabei ausgeben”, meint Becci. Selbstgemachtes sei schließlich günstiger, mache mehr Spass und gebe der Feier eine persönlichere Note.

Lucy Tammam hat ihr Atelier in London. Ihre Spezialität sind kostspielige, aber dafür handgemachte Hochzeitskleider: “Das Kleid soll zu allererst schön sein. Trotzdem geht es auch um die hochwertige Verarbeitug hochwertiger Stoffe und um echtes, fair bezahltes Handwerk”, sagt Lucy. “Das Kleid hat neben der Schönheit also einen Mehrwert, den die meisten Bräute zu schätzen wissen. An ihrem Hochzeitstag können sie dann darauf zählen, dass für ihr Glück niemand ausgebeutet wurde.”

Wer aus einer Hochzeit ein grünes Ereignis machen möchte, kann jedoch schnell in Stress geraten. Unnötig, wie Pionierin Katie Fewings findet. “Wenn ein Paar alles selbst machen will, dann kann das schnell in Stress ausarten. Nicht alles wird sich umsetzen lassen und das macht dann schlechte Laune – wer will das schon. Viele sagen mir, dass sie nicht alles umweltverträglich planen und herstellen können.

Ihrer Meinung nach ist das auch gar nicht nötig. Allein der Versuch zähle schon. Denn die meisten Menschen, so Katie, sind sich bei der Hochzeitsplanung ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt überhaupt nicht bewusst.