Eilmeldung

Eilmeldung

Ohne Star - doch an der Spitze: Mitte-Links in Italien weiterhin vorn

Sie lesen gerade:

Ohne Star - doch an der Spitze: Mitte-Links in Italien weiterhin vorn

Schriftgrösse Aa Aa

Im Rampenlicht stehen Berlusconi und Monti – doch in den Umfragen führt das Mitte-Links-Bündnis unter Pier Luigi Bersani. Es kann laut Umfragen mit knapp vierzig Prozent der Stimmen bei der vorgezogenen Parlamentswahl Ende Februar in Italien rechnen. Und käme damit in der unteren, der Abgeordnetenkammer, auf eine komfortable Mehrheit. Allerdings hat die Konkurrenz in den vergangenen Tagen etwas aufgeholt.

Auch Bersani will den Sparkurs fortsetzen. In einem Interview prangerte er die auf Personen zugeschnittenen Kampagnen der Rivalen an:

“Ich möchte mal wissen, in welchem demokratischen Land der Welt – Frankreich, Deutschland, Holland, Spanien oder die USA – die politischen Kräfte sich um eine Persönlichkeit herum organisieren? Für mich ist das eine grundsätzliche Frage. Vor drei Jahren habe ich gesagt, dass ich niemals meinen Namen ins Parteiemblem nehmen würde – denn das ist eins der großen Probleme unseres Landes. Diese Mechanismen schaffen Starre und Instabilität.”

Der scheidende Regierungschef Mario Monti, der ausdrücklich keiner Partei angehören will, hat nämlich dennoch seinen Namen für die Allianz der Mitte hergegeben, für die er antritt. “Mit Monti für Italien” kommt das Bündnis in den Umfragen aber bislang nur auf Platz drei, auf etwa 15 Prozent.

Platz zwei erringt Silvio Berlusconis Partei in Koalition mit der Lega Nord. Gemeinsam kommen sie inzwischen auf etwa 28 Prozent in den Umfragen. Wobei Berlusconi – auch auf Drängen seiner norditalienischen Partner – diesmal auf den Posten des Regierungschefs verzichten will und auf das Amt des Wirtschaftsministers spekuliert.