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Fatah, Hamas, wie weiter bei den verfeindeten palästinensischen Brüdern?

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Fatah, Hamas, wie weiter bei den verfeindeten palästinensischen Brüdern?

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Es war ein bemerkenswerter Feiertag, dieser 4. Januar 2013 in Gaza. Denn erstmals seit dem Bruderkrieg von 2007 erlaubte die radikal-islamische Hamas ihren moderaten Palästinenserbrüdern von der Fatah, deren Gründungstag auch in Gaza zu feiern. 1959 war unter der damaligen Führung von Jassir Arafat die Fatah als politische Organisation der Palästinenser gegründet worden. Der Name bedeutet “Bewegung zur nationalen Befreiung der Palästinenser”.
Sogar die Rede des Palästinenserpräsidenten Mahmut Abbas wurde aus Ramallah auf Großleinwände in Gaza übertragen. Abbas sagte:
“Wir müssen in brüderlicher Einheit zusammenarbeiten, es gibt keinen besseren Weg, um unsere gemeinsamen nationalen Ziele zu erreichen und letztlich den Sieg zu erringen.”
Gleichzeitig reklamierte der Hamas-Sprecher diesen Feiertag auch als Erfolg für seine Organisation,
indem er die “positive Atmosphäre” betonte, die zwischen Fatah und Hamas entstanden sei. Er nannte das “einen Schritt vorwärts zur Einheit der Palästinenser”.
Welch ein Kontrast zu den Feindlichkeiten von 2007!
Damals hatte die Hamas erst die palästinensischen Parlamentswahlen gewonnen und sich mit Abbas auf eine “Regierung der nationalen Einheit” verständigt. Die platzte aber schnell und die Hamas vertrieb mit Waffengewalt die Fatah aus dem Gazastreifen. Seither dominierte in Gaza das Grün der Hamas.
Dann kam Anfang 2011 der arabische Frühling, dessen Auswirkungen sich auch die verfeindeten Brüder nicht entziehen konnten. Nach Vermittlung arabischer Staaten trafen sich Mahmud Abbas und der im syrischen Exil lebende Hamas-Führer Khaled Meschaal in Kairo. Es war der erste ernsthafte Versuch, den Bruderzwist zu begraben.
Der Hamas-Chef erklärte im Mai 2011 in Kairo,
seine Gruppe sei bereit, einen gewissen Preis für die Versöhnung zu zahlen, dafür, dass man sich nun an den neuen Realitäten zu orientieren gedenke. Praktische Folgen hatten diese Worte monatelang nicht. Den entscheidenden Punktgewinn für die Fatah erzielte Abbas im vergangenen Herbst in der Vollversammlung der Vereinten Nationen, als die den Status der Palästinenser zum “Beobachterstaat” aufwertete.