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Humanitäre Katastriophe in und um Syrien

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Humanitäre Katastriophe in und um Syrien

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Damaskus im Schnee. Was die Menschen im Bürgerkriegsland im wahrsten Sinne des Wortes “kalt erwischt”. Im Land am Mittelmeer
sind vor allem die Armen nicht auf Winter eingerichtet. Zudem wurden im seit Monaten tobenden Bürgerkrieg viele Wohnhäuser beschädigt oder ganz zerstört. Der syrischen Zivilbevölkerung mangelt es an so ziemlich allem, was Menschen zum Leben brauchen. Lebensmittel erhalten sie knapp zwei Jahre nach Beginn des Aufstandes an vielen Orten nur noch über humanitäre Organisationen. Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) macht nun die Notlage öffentlich: Vier Millionen Syrer seien auf humanitäre Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Außerdem verschärft sich nach Angaben des Welternährungsprogramms die Nahrungsmittelkrise.
2,5 Millionen bedürftige Syrer könnten derzeit mit dringend benötigten Lebensmitteln versorgt werden. Wegen der Kämpfe seien rund eine Million weitere Bedürftige nicht zu erreichen. Und die Situation verschlechtere sich mit dem Wintereinbruch dramatisch. Die Vereinten Nationen haben 500 000 Flüchtlinge gezählt, die sich in den Nachbarländern Türkei, Libanon, Irak und Jordanien aufhalten. Täglich kommen weitere 3.000 dazu.
Dazu kommen 2,5 Millionen Binnenflüchtlinge in Syrien, die Haus und Hof verlassen mussten oder vor den Kämpfen geflohen sind. In den Flüchtlingslagern im Libanon bibbern die Menschen in ungeheizten, vom Regen durchweichten Zelten. ‘‘Wir haben nichts zum Heizen”, klagt ein Vater. Die Kinder versuchten sie in Decken gewickelt vor der Kälte zu schützen, oft könnten sie vor Kälte nicht schlafen. “Die Kinder werden vor Hunger und Durst immer schwächer”, fügt eine Mutter hinzu. Und noch ist kein Ende der Leiden in Sicht. Weder eine politische Lösung für das Bürgerkriegsproblem – noch eine halbwegs ausreichende Versorgung der Millionen von Flucht und Vertreibung betroffenen syrischen Bürger.