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Kurden nach Bluttat geschockt

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Kurden nach Bluttat geschockt

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Auch die Kurden im Südosten der Türkei sind entsetzt. Rund 500 Menschen versammelten sich in der kurdischen Stadt Diyarbakir zu einer Protestkundgebung.

Vertreter der türkischen Kurdenpartei BDP sagten, die getöteten Frauen hätten für Demokratie und die Freiheit ihres Volkes gekämpft.

“Wir fordern die französische Regierung auf, herauszufinden, wer hinter diesen Morden steckt und es dann publik zu machen. Wir befinden uns derzeit in einer sehr wichtigen Phase. In der Vergangenheit ereigneten sich solche Angriffe und Provokationen immer wenn Friedensgespräche geführt wurden,” so Sirri Sakik, Abgeordneter der BDP.

In der türkischen Hauptstadt Ankara wird über die Hintergründe der Tat spekuliert. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der sich derzeit in Senegal befindet, meldete sich zu Wort und rief zur Ruhe auf: “Es könnte sich um einen internen Konflikt handeln. Unterdessen kämpfen wir weiterhin gegen den Terror. Wir wollen Fortschritte machen. Doch es gibt Menschen, die nicht wollen, dass es vorangeht. Es könnte also sein, dass diese Menschen hinter der Tat stecken.”

Der türkische Politikwissenschaftler Atilla Sandıklı hält eine PKK-interne Abrechnung für möglich: “Die PKK war anfangs nur eine Terrororganisation mittlerweile ist es auch eine sehr profitable Organisation, die Geld macht. Es kommt also vor, dass sie Menschen umbringt. Wenn eine Gruppe nicht mit der Führung einverstanden ist, dann wird sie beseitigt.”

Laut unserem Korrespondenten Bora Bayraktiar in Istanbul sind die Türken, die ähnliche Friedensgespräche in der Vergangenheit verfolgt haben, sehr vorsichtig. Sie versuchen abzuschätzen, wie sich das Ganze entwickeln wird.