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Plant Washington schon die "nach-Chavez-Ära" ?

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Plant Washington schon die "nach-Chavez-Ära" ?

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Vor dem Gebäude der “Organisation Amerikanischer Staaten” in Washington hängen die die Flaggen der Mitgliedsländer in trüber Winterluft, als sei alles wie immer. Dabei richten sich viele beorgte Blicke nach Venezuela. Michael Shifter vom “Inter-American-Dialog” verweist auf Polarisierung und Mißtrauen und erwartet Machtkämpfe in Caracas, wenn Chavez sterben sollte. Er geht soweit, für diesen Fall, dem Militär eine wichtige Rolle vorauszusagen. In allen Washingtoner Denkfabriken beschäftigt man sich derzeit intensiv mit Venezuela.
Eric Olson vom “Woodrow-Wilson-International-Center” verweist auf die Interessen der USA, wo man dringend auf einen demokratischen Wandel in Venezuela hoffe. Sein Kollege von “Inter-American-Dialog” bringt Venezuelas wichtigstes Gut ins Gespräch, wenn er sagt: “Das Öl wird weiter Richtung USA fließen. Venezuela braucht es, um seine Wirtschaft am Laufen zu halten. Unter Chavez wurde die Öl-Abhängigkeit noch stärker. Und die USA sind der wichtigste Kunde, auch wenn Chavez ein wenig zu diversifizieren versucht hat. So gesehen sind die USA im Vorteil.” Im State Departement dürften die Fachleute inzwischen schon alle möglichen “nach-Chavez-Szenarien” durchspielen. 14 Jahre Chavez-Herrschaft haben in Washington für reichlich Kopfschmerzen gesorgt. Der umtriebige linkslastige “el presidente” hat nicht nur amerikanische Interessen in Lateinamerika gestört. Eric Olson erinnert an seine drastische Anti-USA-Rhethorik, was im Gegenzug zu diversen kritischen Tönen aus Washington geführt hatte.
“Aber”, so betont er, “ unter der polemischen Oberfläche haben die Vereinigten Staaten sich immer bemüht, möglichst normale Beziehungen zu Venezuela aufrechtzuerhalten.”
In diesem Sinne richten sich nun auch die Blicke auf die venezuelanische Botschaft in Washington, vor der euronews-Korrepondent Stefan Grobe steht.
Für ihn ist klar, dass die Obama-Regierung bereits für die “nach-Chevez-Ära” plane, auch wenn das Außenministerium das noch nicht offiziell zugebe.
Auf dessen Wunschliste ganz oben dürfte der Austausch des Botschafters stehen, damit man normalen diplomatischen Umgang pflegen könne.