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Was will Karsei von Obama?

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Was will Karsei von Obama?

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Wie soll das gehen in Afghanistan? Die NATO-Truppen, auf die sich Präsident Karsai vor allem stützt, ziehen Ende 2014 ab. Wer schützt ihn dann gegen die Taliban? Eine eigene afghanische Armee, die derzeit von den NATO-Truppen ausgebildet wird?
Da scheint der afghanische Präsident selber so seine Zweifel zu haben. Deshalb wird er in Washington auch über Truppenzahlen verhandeln.
Die US-Truppen könnten von derzeit 66.000 Mann auf 3.000 bis höchstens 9.000 reduziert werden.
Dafür verlangen die USA, dass ihre Soldaten nicht der afghanischen Gerichtsbarkeit unterstehen sondern den eigenen Militärgerichten. Und es wird wohl über eine Einbeziehung der Taliban in Friedensgespräche zu verhandeln sein. Die sind nämlich inzwischen viel zu stark, als dass man sie außen vor lassen könnte. Nach Ende der ISAF in spätestens zwei Jahren wird eine weitere NATO-Mission folgen. Darüber wird Karsai mit US-Präsident Obama sprechen. Bei der deutschen Bundeswehr rechnet man bereits damit, nach 2014 mit rund tausend Mann weiter am Hindukusch präsent zu sein. Schon allein für die weitere Ausbildung der afghanischen Armee werden die NATO-Militärs gebraucht. Bundeswehr-Verantwortliche rechnen so: Bei der dann zu erwartenden Lage müssen auf einen Ausbilder 7 Mann Kampftruppe kommen, um den Ausbilder zu schützen. Zum Thema “Immunität der ausländischen Militärangehörigen”: US-Militärs in
Afghanistan sollen einzig der amerikanischen Militärgerichtsbarkeit unterstehen – auf keinen Fall der afghanischen. Das dürfte ein schwieriger Verhandlungspunkt zwischen Karsai und Obama werden. Beim Abzug aus dem Irak ab 2011 war dies ein wichtiger Streitpunkt zwischen den Regierenden in Washington und Bagdad. Keine Frage, dass Obama daraus gelernt hat und einmal gemachte Fehler nicht wiederholen möchte. Das gilt vor allem für den Umgang mit den Taliban. Auch das haben die Amerikaner im Irak erfahren: Es bringt nichts, oppositionelle Kräfte, die erst einmal eine gewisse Stärke erreicht haben, mit Gewalt niederhalten zu wollen. Soll heißen: Die Taliban müssen eingebunden werden. Und dazu fanden im Dezember in Frankreich diskret erste Vorgespräche statt. Die könnten dazu führen, dass die Taliban entweder in Washington oder in Katar ganz offiziell ein politisches Büro eröffnen. Obama und Karzai haben letztlich das gleiche Ziel. Nur dass der eine auf dem Weg dahin um jeden Preis vermeiden möchte, als Marionette des anderen zu erscheinen.