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Oscarnominierungen 2013: Waltz und Haneke können auf eine Trophäe hoffen

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Oscarnominierungen 2013: Waltz und Haneke können auf eine Trophäe hoffen

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Blockbuster aus Hollywood, Independentfilme und europäisches Autorenkino: So überraschend wie dieses Jahr waren die Oscarnominierungen selten.
Der Österreicher Michael Haneke kann der Oscarverleihung am 24. Februar hoffnungsvoll entgegensehen, doch als großer Favorit gilt Steven Spielbergs Historiendrama “Lincoln”: Gleich zwölf Mal ist der Film nominiert worden.

Die Reporterin Jeanne Wolf über die aussichtsreichsten Kandidaten:
“Steven Spielberg, Sally Field, Daniel Day-Lewis: Das sind die großen Favoriten für die Oscars. Sie sind die Hauptanwärter in den wichtigsten Kategorien des diesjährigen Oscar-Super-Bowls.”

Im Rennen um die “Beste Regie” ging er zwar leer aus, dennoch ist Quentin Tarantinos Westernfilm “Django Unchained” in fünf Kategorien nominiert worden. Unter anderem kann Christoph Waltz zum zweiten Mal auf einen Oscar als “Bester Nebendarsteller” hoffen. Tarantino ist zufrieden:

“Fünf Oscarnominierungen heute, und gestern fünf Nominierungen für die BAFTA-Awards. Das war eine ziemlich gute Woche.”

Reporter: “Sind sie gespannt auf die Oscarverleihung?”

Tarantino: “Es macht Spaß, dort zu sein, weil man immer viele alte Freunde trifft. Man sieht Leute, mit denen man schon gearbeitet hat, die man dann aber aus den Augen verloren hat. Und es gibt immer eine tolle Party.”

Großer Überraschungskandidat ist das Spielfilmdebüt “Bestien der südlichen Wildnis” von Benh Zeitlin. Die neunjährige Quvenzhané Wallis ist die Jüngste, die jemals in der Kategorie “Beste Schauspielerin” nominiert worden ist. Zeitlin kann außerdem auf Oscars für die “Beste Regie”, das “Beste adaptierte Drehbuch” und den “Besten Film” hoffen.

Benh Zeitlin: “Wir sind bis drei Uhr wach gewesen und haben versucht, über etwas anderes als die Oscars zu sprechen. Ich bin kurz eingeschlafen und als ich wieder aufgewacht bin, habe ich erfahren, dass ich nominiert bin. Wir haben gefeiert, als wäre es der Super Bowl.”

Quvenzhané Wallis: “Ich habe meinen Namen über den Bildschirm laufen sehen. Ich war innerlich aufgeregt, aber ich konnte nicht reagieren. Alle haben plötzlich über den Film gesprochen, über Benh, über mich.”

Als erster chilenischer Film überhaupt ist das Drama “No” von Pablo Larraín in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” nominiert worden. Der Regisseur und sein Team haben in Santiago von der Neugikeit erfahren:

“Der Film erzählt die Geschichte vom glücklichen Übergang einer Diktatur in eine Demokratie. Wir sind froh, dass wir diese Geschichte jetzt überall auf der ganzen Welt zeigen können.”

Eine chilenische Werbeagentour vertreib mithilfe einer schlauen Kampagne den Diktator Augusto Pinochet. Der Film hat schon im Vorfeld viele Auszeichnungen auf internationalen Filmfestivals gewonnen.

In Cannes konnte er sich bereits über die Goldene Palme freuen, jetzt ist Michael Hanekes französisch-deutsch-österreichische Koproduktion “Liebe” gleich fünf Mal für die Oscars nominiert worden.

Der Film erzählt die Geschichte eines Pariser Paares in den Achtzigern, dessen Liebe durch die Krankheit der Frau erschüttert wird. Die 85-jährige Emanuelle Riva ist für ihre Leistung in der Kategorie “Beste Hauptdarstellerin” nominiert worden.