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Überraschung in Tschechien: Fürst zu Schwarzenberg in Stichwahl

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Überraschung in Tschechien: Fürst zu Schwarzenberg in Stichwahl

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Bei der Präsidentschaftswahl in Tschechien liegt der Linkspolitiker Miloš Zeman ganz knapp in Führung. Der ehemalige Ministerpräsident kam im ersten Wahlgang auf 24,2 Prozent der Stimmen. Die Stichwahl sieht Zeman als Richtungsentscheidung: “Es zeichnet sich ab, dass das Duell wie in Frankreich eine Wahl zwischen Rechts und Links ist, entweder Sarkozy oder Hollande”, sagte Zeman in einer ersten Stellungnahme.

Zeman trifft in zwei Woche überraschend auf den amtierenden Außenminister Karel Schwarzenberg. Der schwerreiche Sproß einer böhmisch-fränkischen Adelsfamilie wird von seinen Anhängern gern “Fürst” genannt. Er liegt mit 23,4 Prozent knapp hinter Zeman. Der als Favorit gehandelte Ex-Ministerpräsident Jan Fischer schaffte mit 16,4 Prozent nur Rang drei. Schwarzenberg wurde von seinen Anhängern bereits wie der nächste Präsident gefeiert.

“Miloš Zeman ist ein Profi und Ex-Regierungschef. Das macht ihn zu einem gewichtigen Gegenkandidaten. Ich glaube aber, er steht für die vergangenen 10 bis 15 Jahre”, erklärte der Fürst nach seinem Überraschungserfolg.

Schwarzenberg kündigte an, als Präsident einen klar pro-EU-Kurs einzuschlagen. Der scheidende Präsident Václav Klaus war ein scharfer EU-Kritiker. Er war noch von beiden Kammern des Parlaments gemeinsam bestimmt worden.