Eilmeldung

Eilmeldung

Industrie mit Zukunft

Sie lesen gerade:

Industrie mit Zukunft

Schriftgrösse Aa Aa

Viele junge Europäer sind mit der Idee aufgewachsen, dass die Industrie Vergangenheit ist …. Steinzeit. Aber es gibt in Europa noch Regionen, in denen die Industrie eine Zukunft hat.
Im Süden der Niederlande haben viele arbeitsuchende junge Leute ihr Eldorado gefunden.
In der Region von Eindhoven suchen Unternehmen junge Facharbeiter, ziemlich dringend sogar: Sie brauchen neue Mitarbeiter und Lehrlinge.

Smits ist ein Beispiel, ein High-Tech-Hersteller, der vor einigen Monaten den 22-jährigen Techniker Inigo Nevoa aus dem Baskenland eingestellt hat.

“Ich habe hier viele Freunde, und ich kenne Leute in Spanien, die auch kommen wollen, weil ich schon hier bin. Wenn man lernen will und etwas werden will, bekommt man hier die Möglichkeit dazu, das steht fest.”

Smits investiert in seine Mitarbeiter. Das niederländische Unternehmen hat zwei Ausbilder, die für die Neuankömmlinge zuständig sind.

Auch Ana Rodríguez kommt aus dem Baskenland. Sie macht bei Smits ein Praktikum.

“Wir sind Auszubildende, aber wir werden wie Mitarbeiter behandelt. Wir haben unseren Arbeitstag, unsere Maschinen, und wir stellen etwas her. Aber außerdem haben wir einen Ausbilder, von dem wir Neues lernen.”

Das niederländische Unternehmen arbeitet mit Einrichtungen der Berufsausbildung zusammen, damit die Auszubildenden die passenden Fertigkeiten erwerben. Unternehmenschef Michael Smits betont den Beitrag von Unternehmen zum Bildungssystem.

“Wenn Unternehmen aktiv Auszubildende suchen und ihr Interesse an Arbeitsplätzen wecken wollen, dann müssen sie deutlich machen, dass es keine schmutzige Arbeit ist, dass es sich um saubere und auch interessante Arbeit handelt. Wenn wir den Unternehmen das klar machen können, dann ist das – so glaube ich – für die gesamte Industrie von Vorteil.”

Smits arbeit mit ROC zusammen, dem regionalen Ausbildungszentrum, dem zwanzig Berufsschulen angehören.

Hier werden junge Leute zu Mechatronikern ausgebildet. Mit dieser Kombination von Mechanik und Elektronik können sie neue Maschinen entwickeln.

Die Schule organisiert viele internationale Projekte – im Rahmen von Leonardo da Vinci, einem Programm der Europäischen Kommission, das Mobilität in der Berufsausbildung fördert.

Ana und Inigo haben daran teilgenommen.
Tinus Van de Pas ist Koordinator der internationalen Projekte des ROC.

“Und ist klar, das viele Auszubildende aus dem europäischen Ausland gut Fähigkeiten mitbringen, und nicht nur Wissen, sondern auch ihre eigene Kultur, das sehen wir als wichtigen Beitrag, denn Eindhoven ist eine Industriestadt. Es ist sehr gut, dass Menschen in Europa in Teams zusammenarbeiten und über Innovation nachdenken.”

Viele Unternehmen in Eindhoven betreiben ihre Produktentwicklung und Produktion in dieser Region. Darum sind hier Intelligenz und Geschick gefragt. Für die Suche nach entsprechenden Mitarbeitern wurde Brainport Development eingerichtet.

An dieser Organisation sind Behörden, Unternehmen und Bildungseinrichtungen beteiligt. Einer der Manager der Organisation ist Marc Jacobs: “Wir sind vor allem an Technikern interessiert, auf allen Niveaus. Viele andere Regionen in der Welt suchen Techniker. Wir suchen eigentlich alle dieselben Talente, und das macht es etwas schwierig.”

Nach einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel haben einige Industriestandorte in Süddeutschland Schwierigkeiten, Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben. Viele gut ausgebildete junge Leute mögen anscheinend den Lebensstil dieser Orte nicht. Anscheinend ist das kein Problem für Eindhoven. Inigo Novoa sagt: “Es gibt ein großes Kulturleben. Jedes Wochenende passiert etwas: Festivals, Konzerte, Kunst, es ist immer etwas los.”