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Nicht verschwenden

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Der prominente chinesische Künstler Song Dong hat mehr als 10.000 Haushaltsgegenstände zusammengestellt, die seine verstorbene Mutter gesammelt hatte. “Nicht verschwenden” heißt seine Installation, die das Leben seiner Eltern in Peking darstellt.

Song Dong hatte die Sammlung erstmals vor sieben Jahren zusammengestellt, um seiner Mutter zu helfen, seinen gerade verstorbenen Vater zu betrauern.

Der Künstler sagt, seine Mutter habe so viele Dinge gehortet, weil sie nicht in einem leeren Raum leben wollte, nachdem ihr Mann gestorben war. Die Gegenstände hätten ihr geholfen, Erinnerungen an ihn zu bewahren.

Als seine Mutter vor drei Jahren starb, beschloss Song Dong, das alte Haus seiner Eltern in der chinesischen Hauptstadt nachzubilden, um sie damit zu ehren.

‘Nichts verschwenden’ ist zwar nicht offen politisch, aber die Installation gewährt Einblick in die Lebensprobleme während der chinesischen Kulturrevolution. Song Dong sagt:

“Für die Generation meiner Mutter war es wichtig, alles zu behalten, denn sie lebte in einer wirklich harten Zeit.
Meine Mutter sagte: ‘Ich will das nicht zeigen, denn wenn ich das zeige, denken Deine Freunde, dass ich sehr unordentlich bin. Das ist nicht gut für Dich. Aber ich sagte: ‘Wenn wir das gemeinsam tun, um ihnen Dein Leben zu zeigen, wird mein Vater glücklich sein, meine Freunde werden glücklich sein, und ich werde berühmt werden’.”

Die von seiner Mutter in fünf Jahrzehnten gesammelten Gegenstände sind Möbelstücke, Zierrat, Küchengegenstände, Kleidungsstücke und sogar leere Plastikflaschen und Zahnpastatuben.

Die Installation bietet einen ungewöhnlichen Einblick in das chinesische Familienleben, und die Direktorin von Carriageworks, Lisa Havilah sagt, die verschiedensten Besucher fänden es leicht, sich mit diesen Schätzen zu identifizieren.

“Ich finde, diese Objekte haben eine starke emotionale Anziehungskraft. Als Betrachter werden Sie dazu gebracht, nachzudenken, mit welchen Gegenständen Sie in Ihrem eigenen Leben unterwegs sind.”

‘Waste Not’ war schon im New Yorker Museum of Modern Art und im Londoner Barbican zu sehen. Derzeit wird die Installation von Carriageworks in Sydney gezeigt, bis 17. März.