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Wer ist der neue Protestanführer in Pakistan?

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Wer ist der neue Protestanführer in Pakistan?

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Es brodelt in Pakistan, nachdem das Verfassungsgericht die Festnahme des Regierungschefs angeordnet hat. Begonnen hatte es
mit einem “langer Marsch” auf die Hauptstadt Islamabad aus dem 400 Kilometer entfernten Lahore. Und danach verlangt die Organsisation, die sich “Stimme des Koran” nennt und von Muhammad
Tahir ul-Qadri angeführt wird, die Revolution ausrufen. Beginnend mit der Forderung nach Auflösung des Parlaments. 35.000 sollen dem neuen Anführer folgen, hört man. Ziemlich überraschen kommt da der schnelle Aufstieg von Tahir ul-Qadri, der lange in Kanada lebte. In Pakistan war der 61-Jährige bisher weitgehend unbekannt. Der Religionsführer kam erst im Dezember aus seinem Exil in Toronto zurück.
Der pakistanische Politik-Experte Harry Sultan sagt über ihn, in Pakistan sei der Mann praktisch in Vergessenheit geraten. Daher auch die Verwirrung unter den Beobachtern im Lande, keine wisse so genau, was der jetzt tun werde. Und wer steht hinter ihm? Was will er mit diesem Protest erreichen?
Da wird dann auch vermutet, nicht näher genannte “ausländische Kräfte” könnten es sein. Es werden Vergleiche angestellt mit amerikanischen Bemühungen, Islamisten in Afghanistan oder Mittelasien zu isolieren.
Harry Sultan spricht von “internationalen Kräften”, die hinter dem Mann stehen müssten, sonst sei das alles nicht zu erklären. So sehen es auch andere Beobachter. Es ist momentan einfach nicht möglich, Motive und Zusammenhänge zuverlässig einzuschätzen. Dieser neue Kleriker erscheint als eine Figur, mit der die westlichen Staaten ungehen könnten. Ob er der ersehnte Garant für demokratische Verhältnisse in diesem immer wieder von neuen Korruptionskandalen erschütterten Land wird – wer weiß es? Gerade scheint es erstmals eine Regierung ohne Staatsstreich über die volle Legislaturperiode von 5 Jahren zu schaffen.
Im Mai sollen regulär Parlamentswahlen stattfinden.
Allerdings wird es die regierende “Pakistanische Volkspartei” bis dahin nicht geschafft haben, für Ruhe und Ordnung im Lande zu sorgen. Eben erst wurden in der Stadt Quetta mehr als hundert Opfer eines Attentats zu Grabe getragen.