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Mali: Viele Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht

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Mali: Viele Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht

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Viele Menschen in Malis Norden versuchen, sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben der UNO versuchen aber die islamistischen Aufständischen, sie daran zu hindern. Auch so sind nach UNO-Schätzung aber fast dreißigtausend Menschen vor den jüngsten Kämpfen auf der Flucht.

“Sorgen machen uns vor allem Kinder, die von ihren Familien getrennt werden”, sagt eine Sprecherin des
UNO-Kinderhilfswerks UNICEF. “Damit werden sie viel leichter Opfer, zum Beispiel als Kindersoldat oder gegenüber sexueller Gewalt.”

Nicht alle Aufständischen im Landesnorden sind Islamisten; diese Strenggläubigen geben aber den Ton an und beherrschen den größten Teil dieses Gebiets. Würden sie hier wirklich ihren eigenen Staat bekommen, würden sie ihn nach strengen Regeln führen – auch nach ihrer strengen Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts.

Das findet jetzt schon statt: Einem Mann hier in Bamako, Suleiman Traoré, fehlt seitdem eine
Hand, die die Islamisten ihm abgehackt haben. Sie hatten den Lastwagenfahrer angeblich für einen Spion gehalten.

“Ich habe so laut geschrien, wie ich konnte”, sagt er. “Das hat die gar nicht gekümmert. Mit ihren
Handys haben die gefilmt, wie sie mir die Hand abgehackt haben. Dann haben sie mir die Hand gezeigt. Ich war quasi mit offenen Augen bewusstlos. Die wollten dann noch meinen Namen wissen, haben mich mit kaltem Wasser begossen und mich ins Krankenhaus gebracht.”

Mit seiner Arbeit als Lastwagenfahrer ist es seitdem
vorbei: Jetzt bleibt ihm nur der Straßenverkauf, wo er zum Beispiel flaschenweise Benzin für Mopeds unter die Leute bringt. Untergekommen ist er bei Verwandten.