Eilmeldung

Eilmeldung

"Algerien hat Hilfe abgelehnt"

Sie lesen gerade:

"Algerien hat Hilfe abgelehnt"

Schriftgrösse Aa Aa

Nach der opferreichen Militäraktion gegen Besetzer des algerischen Gasfeldes Ain Amenas werden Einzelheiten des Überfalls bekannt. Die Heimatnationen erforschen Einzelheiten über ausländische Spezialisten, die in dem Wüstencamp beschaftigt waren. Das Gasfeld Ain Amenas wird vom Ölkonzern BP (Großbritannien), Statoil (Norwegen) und der algerischen Firma Sonatrach betrieben.

Rund drei Dutzend Phillippinos aus der mehr als 600köpfigen Belegschaft hätten die Ausreise angetreten, so das Außenministerium in Manila. Mindestens ein Arbeiter sei verletzt.

“Ich habe Algerien mit äußerstem Nachdruck gebeten, dem Schutz von Menschenleben Vorrang zu geben,” sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Andere Staats- und Regierungschefs hätten sich ähnlich ausgedrückt.

Laut Nachrichtenagentur Reuters starben bei den Befreiungsversuch mindestens 30 Mitarbeiter, darunter zwei Japaner, zwei Briten und ein Franzose.

Espen Barth Eide, norwegischer Außenminister:

“Algerien operiert da allein, soviel ich weiß. Ich kenne Länder, die wollten helfen, das wurde aber abgelehnt. Wahrscheinlich also eine rein algerische Operation.”

Eine der norwegischen Geiseln sei in Algerien im Krankenhaus. Eine fliegende Krankenstation aus Norwegen wartete in Sizilien auf eine
Landeerlaubnis für Algerien.

Der britische Premierminister David Cameron:

“Was wir wissen, ist, dass die terroristische Bedrohung in der Sahelzone von al-Qaida im islamischen Maghreb (AQIM) kommt. Sie wollen in der Sahel-Zone und Nordafrika islamisches Recht etablieren. Und sie wollen die westlichen Interessen in der Region angreifen – und zwar, offen gesagt, wo immer sie können.

In dem Maß, wie wir die al-Qaida Bedrohung in anderen Teilen der Welt verringert haben, etwa in Pakistan und Afghanistan, hat die Bedrohung in anderen Teilen der Welt zugenommen.”

Bei der abgebrochenen Befreiungsaktion waren nach algerischen Quellen mindestens 11 Geiselnehmer getötet worden.

Die maghrebinischen Dschihadisten operieren in den Nachbarstaaten Algerien, Libyen, Niger, Mali, Mauretanien und Marokko.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat den
islamistischen Geiselnehmern in Algerien angedroht, sie zur Verantwortung zu ziehen: “Die Terroristen sollten wissen, dass es für sie kein Versteck, keinen Fluchtpunkt gibt.”

mit dpa, Reuters