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Österreicher entscheiden über Abschaffung der Wehrpflicht

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Österreicher entscheiden über Abschaffung der Wehrpflicht

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In Österreich läuft das Referendum über die Abschaffung der Wehrpflicht – und damit auch über die Einführung eines Berufsheers. Seit Jahren wird in dem Land über das Thema gestritten, jetzt soll das Volk entscheiden. Die Koalitionspartner ÖVP und SPÖ erklärten, sie würden das Ergebnis als bindend akzeptieren. Anders als die Sozialdemokraten sind die Konservativen für die Wehrpflicht. Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP):

“Ein Berufsheer hat viele Fragezeichen: gibt es überhaupt genug Leute, kostet es nicht viel mehr, sind es auch die richtigen Leute dann bei einem Heer in Österreich? Da bleib ich lieber bei dem: machen wir ein Heer aus dem Volk und für das Volk und stärken wir auch den Zivildienst.”

Die Sozialdemokraten von der SPÖ wiederum, die gemeinsam mit den Grünen für die Einführung eines Berufsheers sind, argumentieren umgekehrt. Die Wehrpflicht koste mehr, sagt etwa Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ).

“Wollen wir konservativ verharren in einem System, das zigtausende junge Männer jedes Jahr verpflichtend zu einem Zwangsdienst einzieht? Oder gehen wir den Weg der motivierten Freiwilligkeit, der Professionalisierung und entscheiden uns damit für ein modernes Berufsheer.”

Bei den Anhängern der Wehrpflicht besteht unter anderem die Sorge, die Abschaffung könnte zu einem Mangel an Zivildienstleistenden etwa in sozialen Einrichtungen führen. Der Wehrdienst dauert in dem Land sechs, der Zivildienst neun Monate. Umfragen zufolge liegen die Befürworter der Wehrpflicht leicht vorn.