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Mehr als ein Eid: Was Amerikas Präsidenten bei ihrer Amtseinführung sagten

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Mehr als ein Eid: Was Amerikas Präsidenten bei ihrer Amtseinführung sagten

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Alle haben sie die gleiche Eidesformel gesprochen, alle Präsidenten seit George Washington 1789,um so peinlicher für Barack Obama, sein Versprecher vor vier Jahren….Nun bekommt er ja die Chance, es beim zweite Mal besser zu machen.

Allerdings kennt die Geschichte der Vereinigten Staaten noch andere “Abweichungen”, seit Abraham Lincoln im März 1865 mitten im Bürgerkrieg zur Amtseinführung seine flammende Rede für die Union hielt. Der Historiker Paul Boller meint, damit habe Lincoln nicht nur im eigenen Land sondern auch in Europa großen Eindruck geschunden und etwas vorgelegt, was damals in Europa niemand leisten konnte.

Und dann verweist der Fachmann für die Geschichte der amerikanische Präsidenten auf die lange Rede von William Henry Harrison 1840. Der holte weit aus in der Geschichte – regierte dafür aber nur kurz.

Denn schon nach einem Monat als Präsident erkrankte er an Lungenentzündung und starb. Auch die Amtseinführung für John F. Kennedy 1961 hatte ihren historischen Moment durch den berühmten Satz: “Frage nicht, was dein Land für dich tun kann. Frage, was du für dein Land tun kannst.” Der Mord an Kennedy in Dallas am 22.

November 1963 – mitten im Wahlkampf für eine zweite Amtszeit – ließ das Land in einem kollektiven Schockzustand erstarren. Sein Vize Lyndon B. Johnson legte noch an Bord
der Air Force One neben dem Sarg des toten Kennedy seinen Amtseid ab.
Welch Kontrast zur Jubel-Parade für Harry Truman am 20. Januar 1949. Charlie Brotman, heute 85, hat seit 1965 keine Parade zur Amtseinführung seines Präsidenten verpasst. Er kann sich auch noch an die für Truman vor 64 Jahren erinnern, als er selber noch ein ganz junger Kerl war. Von allen hat er Erinnerungsstücke aufgehoben und noch immer lässt es seinen Adrenalinspiegel ansteigen, wenn er die historischen Worte hört. Es sind eben nicht einfach nur Regierungswechsel für die Amerikaner – Leute wie Charlie bezeugen, wie tief solche Momente die Menschen mit ihrem Land verbinden.