Eilmeldung

Eilmeldung

Juncker gibt Eurogruppen-Vorsitz mit Freude auf

Sie lesen gerade:

Juncker gibt Eurogruppen-Vorsitz mit Freude auf

Schriftgrösse Aa Aa

Das Ende einer Ära: Die Eurogruppe bekommt einen neuen Vorsitzenden – und der bisherige Antsinhaber Jean-Claude Juncker ist darüber alles andere als unglücklich. Zuletzt hatte sich Juncker deutlich amtsmüde gezeigt. Auf die Frage, ob er froh sei, dem Irrenhaus zu entkommen, antwortete er: “Ich weiß nicht, ob es ein Irrenhaus ist, aber ich bin froh, aus diesem Haus zu kommen. Sechs Monate lang habe ich gerufen: wer holt mich hier raus?”

Junckers wahrscheinlicher Nachfolger ist der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. Eine Wahl, mit der Frankreich nicht recht glücklich ist – aber Finanzminister Pierre Moscovici rang sich dennoch lobende Worte ab: “Jeroen Dijsselbloem ist ein sympathischer Mann, intelligent, unabhängig, er kommt aus unserer Mitte. Ich hoffe, dass er bald bekanntgibt, wie er die Eurogruppe führen will und welche Haltung er zu mehreren großen Themen einnimmt.”

Dijsselbloem ist der einzige Kandidat für Junckers Nachfolge. Der 46-jährige Sozialdemokrat kommt aus einem Land, dessen Bonität noch über jeden Zweifel erhaben ist. Deutschland schätzt Dijsselbloem als Verfechter von ausgeglichenen Haushalten und Sparmaßnahmen. Zuhören soll er auch können – eine wichtige Voraussetzung für einen Posten, auf dem es laut Juncker eines guten Zuhörers bedarf. “Nicht alle Länder sind mit der Kandidatur des niederländischen Finanzministers einverstanden, wie man aus diplomatischen Kreisen hört”, berichtet euronews-Reporterin Margherita Sforza. “Aber die Billigung aus Deutschland wird den Ausschlag geben. Dennoch wird Jeroen Dijsselbloem nicht ohne Bedingungen gewählt: Auf Wunsch Frankreichs muss er zuerst seine finanz- und wirtschaftspolitschen Visionen darlegen.”