Eilmeldung

Eilmeldung

Nordafrika - der neue Hindukusch?

Sie lesen gerade:

Nordafrika - der neue Hindukusch?

Schriftgrösse Aa Aa

War die Geiselnahme von In Amenas auch ein Anschlag auf Spezialisten internationaler Unternehmen?

Mit dem Chef des japanischen Subunternehmers JGC Corporation, Koichi Kawana, suchte der stellvertretende Außenminister Japans Minoru Kiuchi am Schauplatz der Geiselnahme in der algerischen Wüste nach Hinweisen auf mindestens zehn Japaner, die seither spurlos verschwunden sind.

Minoru Kiuchi:

“Ich verurteile den Terroranschlag im Namen der japanischen Regierung, und ich hoffe, dass nicht nur Japaner, sondern auch Angehörige anderer Staaten überlebt haben und in Sicherheit sind.”

Von den hunderten Geiseln in der Gasförderanlage waren bei der gewaltsamen Befreiungsaktion der algerischen Armee in der vergangenen Woche auch einige in die Wüste geflüchtet.

In Großbritannien rief der Premierminister seinen Sicherheitsstab zusammen – genannt Cobra.

In In Amenas ist unter anderem der britische Konzern BP für die Gasförderung zuständig.

Viele Heimatregierungen der Geiseln hatten die opferreiche Befreiungsaktion der algerischen Streitkräfte offen kritisiert.

Der britische Premierminister David Cameron:

“Wir sollten die Entschlossenheit anerkennen, mit der die Algerier vorgegangen sind. Für all die Toten tragen eindeutig die Terroristen die Verantwortung. Was da passiert ist, wirft nach wie vor viele Fragen auf. Aber eins ist klar, dieser Angriff unterstreicht die Gefahr, die von terroristischen Gruppen ausgeht – für die Länder und Völker dieser Region und für unsere Bürger, unsere Unternehmen und unsere Interessen.”

Nordafrika, sagte Cameron, werde zum “Magnet für Dschihadisten”.

Nach Darstellung der Geiselnehmer war der Angriff auf das Erdgasfeld eine Vergeltung dafür, dass Algerien die französische Militäraktion gegen die Islamisten in Mali unterstütze.

Mit Reuters, Kyodo, dpa