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Mohammed al-Zawahiri verurteilt Eingreifen Frankreichs in Mali

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Mohammed al-Zawahiri verurteilt Eingreifen Frankreichs in Mali

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Der ägyptische Islamist Mohammed al-Zawahiri hat in einem Gespräch mit euronews die algerische Armee für das Blutbad in der algerischen Wüste verantwortlich gemacht und die französische Intervention in Mali verurteilt.

Al-Zawahiri ist der Bruder des Nachfolgers von Osama bin Laden an der Spitze des Terrornetzwerkes al-Qaida, Aiman al-Zawahiri, und führt selbst die Gruppe “Ägyptischer Islamischer Dschihad” an. Er betont allerdings, dass seine Organisation auf Gewalt verzichte.

Mohammed al-Zawahiri hat 14 Jahre wegen Terrorismus-Vorwürfen in ägyptischen Gefängnissen verbracht, diese Vorwürfe aber stets bestritten. Im März vergangenen Jahres hob ein ägyptisches Militärgericht eine gegen al-Zawahiri verhängte Todesstrafe auf. euronews-Korrespondent Mohammed Shaikhibrahim hat in Kairo mit ihm gesprochen.

euronews: “Wenn ich Sie richtig verstanden habe, wird im Falle einer Fortführung der französischen Militäraktion in Mali die Reaktion der islamischen Dschihadisten lediglich darin bestehen, diese zu verurteilen und zum Frieden aufzurufen. Haben Sie keine stärkere Botschaft an die französische Regierung?”

Mohammed al-Zawahiri: “Nein. Wir müssen als Muslime, und nicht nur als Dschihadisten, alles tun, was wir können. Wer von uns reden kann, der wird reden. Wer etwas mit seinen Händen tun kann, wird das tun. Das ist eine Aggression. Wie kann ich ruhig bleiben, wenn jemand in mein Haus eindringt, mich angreift, Frauen und Kinder tötet. Das ist unzumutbar und nicht akzeptabel. Frankreich hat das Feuer entzündet, sie haben den Krieg begonnen. Wenn das weitergeht, wird als erstes der Westen brennen.”

euronews: “Scheich al-Zawahiri, was ist denn die Schuld der Ausländer, die in Algerien arbeiten und nicht an Militäraktionen beteiligt sind? Sie sind nur Arbeiter und Techniker, die auf einem Gasfeld gearbeitet haben.”

Mohammed al-Zawahiri: “Zunächst einmal, wer hat diesen Krieg begonnen? Wer hat die Aggression begonnen? Wer steckt hinter dem Töten? Es ist das Land, das Flugzeuge und Soldaten nach Mali geschickt hat. Zweitens haben nicht die Kidnapper sie getötet, sie wollten sie austauschen und die Aggression beenden. Aber die politischen Führer dieses Landes wollen nicht vor den Menschen zeigen, wer sie wirklich sind, also haben sie beschlossen, alle zu bombardieren, ein schreckliches Verbrechen. Noch einmal: Wer hat sie getötet? Natürlich nicht die Entführer, sondern die algerischen Einsatzkräfte auf Anweisung des Westens.”

Mohammed al-Zawahiri soll auch die Proteste der Salafisten gegen die französische Intervention in Mali am vergangenen Freitag vor der französischen Botschaft in Kairo mitorganisiert haben. Die Polizei sperrte das Botschaftsgebäude ab. Al-Zawahiri forderte in einer Rede alle Muslime auf der Welt zur Unterstützung auf. Er soll auch die Proteste vor der US-Botschaft in Kairo im vergangenen September mitorganisiert haben.