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Russland: Traditionalisten gehen auf Schwule und Lesben los

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Russland: Traditionalisten gehen auf Schwule und Lesben los

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In mehreren Städten Russlands haben Schwule und Lesben gegen ein geplantes Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“ demonstriert. Sie beteuerten dabei auch in Volkstrachten ihre Unterstützung für „traditionelle Werte“. In Moskau wurde eine Handvoll Demonstranten vor dem Parlament auf der Stelle attackiert und mit Ketchup und Eiern beworfen. Auch in Woronesch endete eine Protestaktion mit Prügeln für die Teilnehmer.

Elena Kostyuchenko, Homosexuellen-Bürgerrechtlerin und Journalistin bei der Zeitung Nowaja Gaseta:

“Das Gesetz definiert absolut nicht, was “homosexuelle Propaganda” überhaupt sein soll. Die Gründe sind verständlich, denn homosexuelle Propaganda gibt es überhaupt nicht. Das Gesetz erklärt einfach alle Informationen dazu, die über traditionelle eheliche Beziehungen hinausgehen.”

Die Staatsduma hatte ihre Abstimmung über das Gesetz gegen Schwulen-Propaganda am Montag bis auf weiteres verschoben. Der umstrittene Entwurf ahndet unter anderem Werbung für Homosexualität gegenüber Kindern mit Geldstrafen. In einigen Regionen gilt er bereits.

Oleg, Orthodoxer Aktivist:

“Moskau ist nicht Sodom. Wir sind hier, um normale, gesunde Menschen zu unterstützen, die stabile, christlich-orthodoxe Familien gründen, ihre Kinder erziehen im den Geist von orthodoxen Traditionen, Brüderlichkeit, Einheit des Volkes.”

Ein Kuss unter Schwulen vor dem russischen Parlament kostet bisher erfahrungsgemäß gut 12 Euro wegen “Rowdytums”. Das neue Gesetz geht bis zum Tausendfachen.

Mit Reuters, RIA Novosti