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Cassez: "Die Ungerechtigkeit war das Schlimmste"

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Cassez: "Die Ungerechtigkeit war das Schlimmste"

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Nach sieben Jahren Haft in Mexiko ist die Französin Florence Cassez in ihre Heimat zurückgekehrt. Außenminister Laurent Fabius begrüßte sie in Paris.

Am Vortag hatte das Oberste mexikanische Gericht Cassez freigesprochen. Begründung: Fehler im Verfahren. 2008 war sie wegen Beihilfe zur Entführung zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Danach begann ein siebenjähriges juritisches Tausziehen.

Florence Cassez erklärte in Paris sichtlich bewegt, “was das schlimmste für mich war? Diese Ungerechtigkeit. Dass man über dich spricht, dass man Lügen über dich verbreitet, dass man auf dich zeigt. Das ist schrecklich. Nicht die Haftbedingungen oder die blaue Gefängnisuniform, nicht das Gefängnis selbst, sondern diese Ungerechtigkeit, die war das Schlimmste.”

Cassez war 2005 mit ihrem damaligen mexikanischen Freund, dem Kopf einer Entführerbande, verhaftet worden. Sie betonte jedoch immer, unschuldig zu sein.

Ein Fall, der lange Zeit das bilaterale Verhältnis zwischen Frankreich und Mexiko überschattete.

Die Einschätzung des Euronews-Korrespondenten Giovanni Maggi in Pairs:
“Auf diese Weise geht ein internationaler Rechtsstreit zu Ende, der Frankreich sieben Jahre lang beschäftigt und beunruhigt hat. Nun wird spekuliert, inwieweit die neuen Regierungen in beiden Staaten und die vorsichtigere Vorgehensweise von Präsident Hollande das Happy End beeinflusst haben.”