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Getötete Geiseln beigesetzt

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Getötete Geiseln beigesetzt

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Warum? Das ist die Frage in Japan, nachdem am Freitagabend sieben überlebende Geiseln und neun Särge mit den sterblichen Überresten der anderen aus Algerien angekommen sind. Neun japanische Geiseln waren bei dem Gemetzel von In Amenas in der algerischen Sahara ums Leben gekommen. Die Leiche eines zehnten japanischen Todesopfers wird in den kommenden Tagen erwartet.

Mitsunobu Fuchida trauert um seinen jüngeren Bruder, der für das japanische Bauunternehmen JGC in Algerien tätig war.

“Es ist so ein Verlust, ich will ihn bald sehen.”

Auch am Unternehmenssitz von JGC am Rande von Tokio wird getrauert. Das Unternehmen hat in In Amenas zehn seiner 17 Angestellten verloren.
Ein Anwohner trauert mit, Yumiko Kinoshita:

“Sie sind einen weiten Weg gegangen, um ihre Arbeit zu tun – und sind ganz zufällig von diesem Terroranschlag betroffen worden. Ich wohne hier und kenne JGC gut. Deshalb wolte ich mit Blumen meine Anteilnahme bekunden.”

Zwei Rumänen waren am Donnerstag beigesetzt worden. Der Ingenieur Tiberiu Costache war 36 Jahre alt. Er hatte noch mit seinem siebenjährigen Sohn und seiner schwangeren Frau Weihnachten gefeiert und war gerade nach Algerien zurückgekehrt. Ein Mann aus der Nachbarschaft sagt:

“Er hatte in Algerien gearbeitet. Er wollte ein Haus bauen, er hatte zwei Kinder, eins ist noch gar nicht geboren. Die Leute sagen, er sei ein sehr netter Mann gewesen.”

Auch für den 40-jährigen Ingenieur Mihail Bucur war es das letzte Weihnachten mit der Familie. Und auch er hinterlässt zwei Kinder.

Ebenfalls am Donnerstag wurde Yann Desjeux nach Frankreich übergeführt. Der 52-jährige Vater zweier Kinder war für die Logistik der Gasförderanlage zuständig.

“Ich kann sagen, dass alle Zeugen, die wir bis heute gehört haben, bestätigt haben, dass er sich heldenhaft verhalten hat,” sagt seine Schwester Marie-Clade Desjeux. “Er hat den anderen Geiseln geholfen. Und ich weiß, dass er mit dafür gesorgt hat, dass ein Arzt zu einem Norweger gelassen wurde, der beim Fesseln verletzt worden war. Wir sind stolz auf ihn. “