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Dutzende Tote bei Gefängnisrevolte in Venezuela

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Dutzende Tote bei Gefängnisrevolte in Venezuela

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Beim Sturm einer Haftanstalt durch
Militäreinheiten sind in Venezuela mindestens 54 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 80 Menschen seien verletzt, so das Krankenhaus in Barquisimeto im Nordosten des Landes. Die meisten hätten Schüsse abbekommen.

Auslöser der Gewalt soll eine Durchsuchung der Haftanstalt nach Waffen gewesen sein, die vorab bekannt wurde – nach Medienbereichten die erste seit drei Jahren.

Gefängnis-Ministerin Iris Varela:

“Wir waren überrascht, dass die Durchsuchung auf dem privaten Fernsehsender Globovision, sozialen Netzwerken und einer Web-Seite angekündigt wurde. Das hat zweifellos zu diesem Gewaltausbruch geführt und ist ein Grund für die Gefängnisrevolte.”

Die Ministerin leitet nach Medienberichten in
Barquisimeto die Untersuchungen des Vorfalls.
Barquisimeto ist die Hauptstadt des Bundesstaates Lara im Nordosten Venezuelas.

Während die Angehörigen vor dem Gefängnis verzweifelt auf Informationen warteten, kritisierte Oppositionschef Henrique Capriles das “neue Massaker in einem unserer Gefängnisse.”

Die Haftanstalten des Landes wurden für etwa 12.000 Gefangene gebaut, festgehalten werden dort dreimal so viele Häftlinge – das gilt offenbar auch für das Gefängnis von Barquisimeto.

Der interamerikanische Menschenrechtsgerichtshof hatte schon 2006 vor den Zuständen dort gewarnt.

Mit AFP, EFE, dpa