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"Wir wollen nicht mehr Teil von Ägypten sein"

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"Wir wollen nicht mehr Teil von Ägypten sein"

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Nach schweren Krawallen ist in Ägypten die Armee mit Panzern ausgerückt, um die Spirale der Gewalt zu stoppen. Mehr als 30 Menschen waren bei Ausschreitungen in Port Saïd ums Leben gekommen, mehr als 350 verletzt worden.

Auslöser waren 21 Todesurteile wegen der Fußballtragödie von Port Saïd. In der Stadt versuchte daraufhin eine aufgebrachte Menge, die Verurteilten aus dem Gefängnis zu befreien.

Mohammed Shaikhibrahim, euronews:

“Wir sind auf der Hauptstraße in die Stadt Port Saïd, die ägyptische Armee kontrolliert jeden, der reinwill. Wir haben Schwierigkeiten in das Gebiet zu gelangen, das zur militärischen Zone erklärt wurde.”

So der euronews-Korrespondent – einer von wenigen Reportern, die es in die Gefahrenzone geschafft haben. Nach den Krawallen, auch in Kairo, denkt die Regierung offenbar darüber nach, den Notstand auszurufen.

Vor gut einem Jahr waren im Fußballstadion in Port Saïd 74 Menschen gestorben. Fans des Gastgebervereins Al-Masri waren auf Anhänger des Kairoer Vereins Al Ahli losgegangen – sie galten als Unterstützer der Revolution gegen Präsident Hosni Mubarak.

Jetzt haben viele Angst vor scharfen Schüssen. Manche wollen von Kairo und vom Rest Ägyptens überhaupt nichts mehr wissen.

Ein Demonstrant:

“Kein Zweifel, die Sicherheitskräfte haben geschossen, um zu töten. Die wollen jeden umbringen, der ihnen über den Weg läuft.”

Und ein anderer:

“Wir fordern die Unabhängigkeit, wir wollen nicht mehr Teil von Ägypten sein, wir wollen, dass Port Saïd unabhängig wird.”

Nach dem gewaltsamen Befreiungsversuch aus dem belagerten Gefängnis von Port Saïd hatten die Militärs nach Medienberichten Gefangene verlegt, die in die Fußballgewalt verwickelt gewesen waren.

Mit AFP, Reuters, dpa