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Auftakt zum Dopingprozess um Eufemiano Fuentes

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Auftakt zum Dopingprozess um Eufemiano Fuentes

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Um eine spektakuläre Reihe von Dopingfällen geht es seit heute bei einem Prozess in Madrid: Angeklagt ist der spanische Arzt Eufemiano Fuentes,
für Dopingermittler eine zentrale Figur vor allem im Radsport.

Das System von Fuentes flog vor sieben Jahren bei einer Razzia auf. Die Polizisten fanden damals, im Mai 2006, rund zweihundert Beutel mit Blut oder Blutplasma, beschriftet mit verschlüsselten Namen. Etliche Fahrer wurden daraufhin kurzfristig von der wenig später beginnenden Tour de France ausgeschlossen, unter ihnen der Deutsche Jan Ullrich.

Fuentes’ Methoden waren bei Radsportlern gefragt: Für viel Geld erwarb er eine Zentrifuge und Geräte, die es erlaubten, Blut in einem Spezialverfahren einzufrieren. Die Blutbeutel waren säuberlich beschriftet; die Code-Bezeichnungen konnten erst nach und nach entschlüsselt werden.

“Mir als Arzt geht es darum, die Gesundheit meiner Patienten zu schützen”, rechtfertigte Fuentes sich damals in einem Radiointerview. “Der Hochleistungssport ist nicht gesund, denn er überfordert den menschlichen Körper. Man muss zu Medikamenten greifen, um angerichtete Schäden zu beheben.”

Doping war damals aber in Spanien nicht strafbar. Die Anklage lautet daher jetzt auf Gefährdung der öffentlichen Gesundheit. Vor Gericht stehen neben Fuentes seine Schwester und drei Teamchefs. Die Staatsanwaltschaft fordert je zwei Jahre Haft und ebenso lange Berufsverbot.

Radsportler und Fuentes-Kunden sind nur als Zeugen dabei, wie Alberto Contador, der einen seiner beiden Tour-de-France-Siege wegen Dopings verlor. Auch der Deutsche Jörg Jaksche, ein geständiger Dopingsünder, wird aussagen. Dem einstigen Toursieger und Radsportidol Jan Ullrich, der nie etwas zugegeben hat, bleibt das erspart.