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Fahrradtherapie gegen Parkinson

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Fahrradtherapie gegen Parkinson

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Amateurradler testen eine neue Software, die das Strampeln auf dem Heimtrainer wesentlich interessanter gestaltet: Sie ermöglicht die virtuelle Teilnahme an der Tour de France. Forscher an der niederländischen Radboud Universität in Nimwegen wollen diese Software bei der Behandlung von Parkinsonpatienten einsetzen. Die Wissenschaftler untersuchen, ob Fahrradfahren, beziehungsweise Sport, die Krankheit aufhalten kann.
“Es gibt Parkinson-Kranke, die trotz Schüttellähmung dazu in der Lage sind, Fahrrad zu fahren” erklärt Hans Van Baren. “Sie können weder alleine auf- noch absteigen, doch sobald sie auf dem Fahrrad sitzen, fällt es ihnen wie durch ein Wunder erstaunlich leicht, in die Pedale zu treten.”

Die Forscher vermuten, dass Fahrradfahren von einem anderen Teil des Gehirns gesteuert wird als Laufen. Auch der rhythmische Druck auf die Pedale könnte das Gehirn stimulieren. Deswegen setzten sie auf Bewegung als mögliche Parkinson-Therapie.
Ihre Theorie: Durch sportliche Betätigung entstehen neue Dopamin-Verbindungen im Gehirn, die sich positiv auf den Zustand der Patienten auswirken.

Für zusätzliche Anregung könnte die Trainingssoftware sorgen, meint Hans Van Baren. “Wir haben nach dem stimulierenden Faktor gesucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Wettbewerbssituation, das Spiel, bei der sportlichen Ertüchtigung motivierend wirkt. Diese Motivation ist sehr wichtig für die Behandlung auf lange Sicht.”

An der Radboud Universität wurde bereits eine erste vergleichende Sportstudie an 600 Parkinson-Patienten durchgeführt. Weitere sollen folgen. Die Trainingssoftware mit der virtuellen Rennpiste könnte auch bei der Behandlung anderer Krankheiten eingesetzt werden, bei Depressionen oder Übergewicht.