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Timbuktu, "Perle der Wüste"

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Timbuktu, "Perle der Wüste"

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Seit 1988 steht die alte Stadt im Norden von Mali auf der Weltkulturerbliste der UNESCO. Mehr als 1100 Jahre altes kulturelles Zentrum mit 33 Bibliotheken und zahlreichen Moscheen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Hierher wurden viele Dokumente aus “al Andalus”, dem heutigen Spanien, gebracht, als von der iberischen Halbinsel Moslems und Juden vertrieben wurden. Nachdem die Islamisten von “Ansar Dine” im Juni 2012 die Stadt einnahmen, zerstörten sie einige der historisch einmaligen Bauten, weil die nicht ihrer Religionsauslegung entsprachen. Darunter eine Bibliothek. Am 1. Juli fielen auch jahrhundertealte Mausoleen der Spitzhacke zum Opfer.
UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova schlug Alarm, die Spezialorganisation der Vereinten Nation sah ein Stück Kulturerbe der Menschheit bedroht. Mausoleen, Moscheen, Manuskripte von unschätzbarem Wert für die Menschheit.
Viele der jahrhundertealten schriftlichen Überlieferungen werden in Timbuktu seit vielen Generationen wie ein Schatz in der Familie gehütet, sorgfältig aufbewahrt und an die Erben weitergereicht. Dank des trockenen Klimas ist hier vieles besonders gut erhalten – bzw. war es, bevor religiöse Intoleranz sich daran austobte.
Da bei dieser Stadt der Fluß Niger und die Wüste sich fast berühren, kreuzten sich hier die Karavanenrouten, weshalb hier 500 Jahre alte Arbeiten von Astronomen aufbewahrt werden.
Noch heute sieht man einige Karawanen vorüberziehen. Ali Ould Sidi von der Timbuktu-Kultur-Mission erklärt zur Geschichte: “Die Nomaden besaßen zum Teil ganze Bibliotheken an Schriftstücken, die in Leder sicher verpackt vergraben wurden, wenn der Stamm weiterzog. Kam er nach zwei oder drei Monaten wieder an den vorher markierten Platz, wurden die geistigen Schätze wieder ausgebuddelt und genutzt. Manche Nomaden führen heute noch ihre eigenen Bibliotheken mit sich, wenn auch unter komplizierten Bedingungen.” Einiges aus den Schätzen von Timbuktu ist bereits digetalisiert. An anderen Teilen wird gearbeitet. Aber bedrohlicher als die gefrässigen Termiten sind intolerante Menschen etwa aus der Gruppe “Al Kaida des islamischen Maghreb”