Eilmeldung

Eilmeldung

Gongadse-Mord: Auftraggeber weiter unbekannt

Sie lesen gerade:

Gongadse-Mord: Auftraggeber weiter unbekannt

Schriftgrösse Aa Aa

Für den Mord an dem Journalisten Georgi Gongadse vor zwölf Jahren ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew der ehemalige Polizeigeneral Olexi Pukatsch zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Pukatsch hatte ausgesagt, er habe Gongadse einschüchtern wollen und ihm dabei versehentlich den Halswirbel gebrochen. Neben ihm im Käfig sollten aber auch Ex-Präsident Leonid Kutschma und dessen Stabschef Wolodimir Litwin sitzen, so Pukatsch.

Pukatsch soll den Auftrag vom damaligen Innenminister Juri Krawtschenko erhalten haben, der später erschossen aufgefunden worden war. Offiziell hat er Selbstmord begangen. Drei Mittäter am Gongadse-Mord erhielten 2008 Haftstrafen von 12 und 13 Jahren. Ein Verfahren gegen Ex-Präsident Leonid Kutschma war wegen unzulässiger Indizien eingestellt worden.

Staatsanwalt Wolodimir Schilow erklärte, an Pukatschs Schuld bestehe kein Zweifel. Um mögliche Hintermänner sei es in diesem Verfahren nicht gegangen.

Die Anwältin der Familie des ermordeten Journalisten, Valentina Telitschenko, sagte, sie sei mit dem Urteil nicht einverstanden, denn die Auftraggeber kämen ungeschoren davon.

Journalist Gongadse hatte sich in seiner Radiosendung und im Internet offen regierungskritisch geäußert. Der enthauptete Leichnam des Reporters war November 2000 in einem Wald bei Kiew gefunden worden.

Der Mann, der Gongadse tötete, wird sein Leben zwar hinter Gittern verbringen. Für die, die diesen Prozess verfolgten, kommt der Urteilsspruch nicht überraschend. Doch wer sind die, die der Journalist so sehr störte, dass er sterben musste? Diese Antwort blieb das Gericht schuldig.