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Lesbische Paare aus Frankreich erfüllen sich Kinderwunsch in Belgien

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Lesbische Paare aus Frankreich erfüllen sich Kinderwunsch in Belgien

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In Belgien, doch auch in den Niederlanden und in Dänemark steht dem Kinderwunsch lesbischer Paare nichts im Wege. Weil die entsprechende Gesetzgebung in Frankreich bislang strenger ist, erfüllen sich mehr und mehr französische lesbische Paare den Wunsch in Belgien. Durch Insemination entstehen jährlich rund 2 000 französische Babys im Nachbarland. Der erste Weg führt diese Paare in die Erasmus-Klinik nach Brüssel. Eines der Paare haben wir begleitet: “Seit mehr als einem Jahr sprechen wir davon, im Internet stießen wir auf die Erasmus-Klinik. Weil man nur zweimal pro Jahr anrufen kann, taten wir das im vergangenen Juni und erhielten einen Termin für Dezember – eine großartige Chance für uns.” Die medizinisch betreute Reproduktion ist ein solcher Erfolg, dass belgische Kliniken gar nicht alle Wünsche aus dem Ausland erfüllen können. “Vor fast einem Jahrzehnt schon mussten wir entscheiden, nicht alle Anfragen aus Frankreich positiv zu beantworten”, sagt Anne Delbaere, Leiterin der Klinik, “vor allem wenn es um Bitten um eine zweite Insemination geht. Wir arbeiten mit unserer eigenen Samenbank und haben eine begrenzte Anzahl von Spendern.” In einem ersten Schritt bedarf es der Zustimmung durch die Psychologin der Klinik: “Unser Ziel ist es freilich nicht, Schwachstellen auszumachen”, so Chantal Laruelle. “Es geht vielmehr darum, gemeinsam Fragen im Zusammenhang mit dem künftigen Kind und seinen Lebensumständen zu erörtern.” Die künftige Mutter ist sich im Anschluss an das Gespräch ihrer Verantwortung besser bewusst. Sie gestand uns: “Ich fühle mich erleichtert, weil das Gespräch gut verlaufen ist. Wir waren offen und die Psychologin hat uns einige Ratschläge mit auf den Weg gegeben, sollte sich unser Wunsch erfüllen.” Ihre Partnerin fügt hinzu: “Wird in Frankreich das umstrittene Adoptionsrecht für Schwule und Lesben verabschiedet, könnte ich ein Kind adoptieren. Ich könnte es erziehen und ihm immer beistehen, sollte ihm etwas passieren. Es wäre unter meinem Schutz, in meiner Obhut und nicht in der irgendwelcher Menschen.”

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