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Streit um Homoehe in Frankreich

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Streit um Homoehe in Frankreich

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Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Und in Frankreich sind die Gegner der Homoehe mit allen Folgerechten besonders lautstark zu vernehmen.
Frankreich nennt sich nicht umsonst “die älteste Tochter der katholischen Kirche”. Nun hatte aber der linke Präsident Francois Hollande die Homoehe zu einem Wahlkampfversprechen erhoben.
Homoehe laut Gesetz erlauben 8 EU-Staaten.
Laut Umfrage würde 65 Prozent der Franzosen gleichgeschlechtlichen Paares den Ehestatus zugestehen. Eben so, wie es bereits in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Portugal, Norwegen, Schweden und Island geltendes Recht ist. Der Teufel steckt bei der französischen Debatte mal wieder im Detail, nämlich in den Folgerechten, die sich aus einer rechtlichen Gleichstellung ergeben würden. Dieser neue Artikel 143 der französischen Verfassung hätte neben dem Eherecht auch das Adoptionsrecht zur Folge.
Und er würde eine neue juristische Fragestellung aufwerfen: Wie geht man mit Paaren um, die aus einem Land kommen, das die Homoehe nicht zulässt? Egal, ob das beide oder nur einen Partner betrifft. Der Familienname eines Kindes dürfte das kleinste Problem werden. Doppelnamen sind schon jetzt möglich. Der Adoptionsstreit beginnt mit der Frage, ob ein Partner das Kind adoptieren dürfe, das der andere Partner in die gleichgeschlechtliche Beziehung mitgebracht hat. Ganz heftig gestritten wird um das Recht eines gleichgeschlechtlichen Paares, gemeinsam ein Kind zu adoptieren.
Also nicht mehr Familie – gleich Papa, Mama, Kind.
Laut Umfrage wollen nur 49 Prozent der Franzosen ein Adoptionsrecht für Homo-Paare zulassen.
Insgesamt sind zu diesem Gesetzentwurf bereits mehr als 5000 Änderungsanträge eingegangen.
Das Thema künstliche Befruchtung kommt zwar in den Argumenten der Gesetzesgegner vor – nicht aber in diesem Gesetzesentwurf. Es soll im März Teil einer Debatte zur Bio-Ethik sein. Bisher gibt es diese Möglichkeit in Frankreich für heterosexuelle sterile Paare. In mehreren Nachbarländern wird diese Möglichkeit sogar etwas liberaler gehandhabt, weshalb Kritiker eine Art “Befruchtungstourismus” befürchten.

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