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WTO: Experte für schwierige Situationen gesucht!

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WTO: Experte für schwierige Situationen gesucht!

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Die Welthandelsorganisation WTO in Genf sucht einen neuen Chef. In den kommenden Tagen und Wochen soll sich das Kandidatenkarussell drehen, denn die Amtszeit des derzeiten Generaldirektors, des Franzosen Pascal Lamy, geht im August zu Ende. Seit 2005 steht Lamy an der Spitze der Organisation – und er dürfte der vorerst letzte Amtsinhaber aus einem Industriestaat sein. Denn die Schwellen- und Entwicklungsländer wollen einen Kandidaten aus ihren Reihen durchsetzen, und unter den neun Bewerbern um den Posten findet sich nur einer aus dem Westen, nämlich aus Neuseeland, dem noch dazu keine großen Chancen eingeräumt werden.

Hauptaufgabe der WTO ist es, Schranken in den globalen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen abzubauen und so das Wachstum anzukurbeln. Seit 1995 legt die UN-Sonderorganisation Regeln für den Handel fest. Zudem tritt sie in Streitfällen als Schlichter auf. Derzeit zählt sie 157 Mitglieder, die mehr als 90 Prozent des Welthandelsvolumens erwirtschaften.

Der neue WTO-Chef tritt sein Amt in schwierigen Zeiten an. In den letzten Jahren legte das weltweite Handelsvolumen zwar zu, aber das Plus fiel 2011 und 2012 deutlich geringer aus als noch 2010. Für 2013 wird wieder eine leichte Steigerung erwartet, allerdings geht die WTO davon aus, dass die globale Konjunktur nur schleppend wieder in Gang kommt.

Viel hängt dabei von den Schwellen- und Entwicklungsländern ab, die rund zwei Drittel der WTO-Mitglieder ausmachen und immer öfter auf Konfrontationskurs zu den Industriestaaten gehen, etwa beim Thema Landwirtschaft. Ein neues Abkommen zum Welthandel ist überfällig, aber derzeit sind die Gespräche verfahren. Der künftige Generaldirektor wird vor allem eine Aufgabe haben: die Organisation wieder zusammenzuführen.