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Französisch-afrikanischer Militäreinsatz in Mali

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Französisch-afrikanischer Militäreinsatz in Mali

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In der Sprache der Militärs heißt es “Operation Serval”, was die ehemalige Kolonialmacht Frankreich da in Mali tut. Gerufen von der Regierung des riesigen Landes, rund dreieinhalb mal so groß wie Deutschland. Seit dem 11. Januar sind die islamischen Rebellen, die im Norden Malis ein Scharia-Regime eingeführt hatten, aus den drei wichtigsten Städten verschwunden. Das Wort “vertrieben” trifft es nicht, denn die französische Armee stieß auf keinerlei Widerstand.
Französische Medien sprechen von einem “unsichtbaren Gegner”. Frankreich hatte bei NATO-Partnern um logistische Hilfe gebeten. Spanien gewährt Überflugrechte, Deutschland stellt Flugzeuge für den Truppentransport der afrikanischen Verbündeten zur Verfügung.
Auch die USA helfen mit Logistik und Aufklärung. Aber ohne in Kämpfe einzugreifen, wie Oberst Shawn Unerwood betont.
Laut Militärquellen sind in Mali gegenwärtig 3.500 französische und ungefähr 2.000 afrikanische Soldaten im Einsatz. Aus Ländern der Organisation westafrikanischer Staaten – ECOWAS – sollen die meisten Truppen kommen für diese französisch MSIMA genannte Gemeinschaftsoperation.
Das größte Kontingent stellt Tschad mit 2.000 Militärs, gefolgt von Nigeria mit 1.200.
Der nigerianische Oberst Soumaila Babayako
versichert, nach seinen Truppen würden auch sofort jene aus Togo, Burkina Faso, Νιger und den anderen Ländern folgen. Zum afrikanischen Kontingent für den Einsatz in Nord-Mali sollen dann auch noch Truppen aus Senegal, Guinea, Ellfenbeinküste, Niger, Benin und Ghana hinzukommen. Das Problem: Sie sind nicht so gut ausgebildet und ausgerüstet wie die Franzosen und auch nicht geübt in einem solchen Zusammenwirken. Zur Frage der Zusammenarbeit unter einem gemeinsamen Oberkommando gibt es auch noch keine konkreten Äußerungen.
An der “Operation MISMA” – englisch “AFISMA” – sollen 8 844 afrikanische Soldaten mitwirken, von denen die meisten noch erwartet werden. Erst 2000 sind vor Ort. Die Kosten werden auf 740 Millionen Euro geschätzt. Der Topf, aus dem dieses Geld kommen soll, muss auch noch gefunden werden.
Das größte Problem dürfte im Moment die unklare Lage darstellen. Wo steckt der Feind? Wohin haben sich die islamischen Rebellen zurückgezogen, nachdem sie ohne Widerstand – also auch ohne Verluste – die drei wichtigsten Städte geräumt haben?