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#Aufschrei: Brüderle bleibt stur

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#Aufschrei: Brüderle bleibt stur

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An diesem Mittwoch sind sie sich zum ersten Mal wieder begegnet: die STERN-Redakeurin Laura Himmelreich und der FDP-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat Rainer Brüderle. Bei diesem Pressefrühstück der FDP in Berlin fragt ein Journalist Rainer Brüderle, ob er sich nicht bei der anwesenden Laura Himmelreich persönlich entschuldigen wolle. Brüderle wollte nicht, er bleibe dabei und wolle keinen Kommentar abgeben. In seinen Worten heißt das: “Ich habe mich bisher nicht zu dem Thema geäußert und werde das auch nicht tun. Ich bitte einfach, meine persönliche Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen.” Keine öffentliche Reue, schreibt der STERN.

Aber trotz des NO COMMENT, ist der #Aufschrei keineswegs zu Ende, schafft es die Sexismus-Debatte wieder in die Hitliste der Schlagzeilen und ist auch beim SPIEGEL wieder eines der Top-Themen.

Einige Medien hatten offenbar schon einen “Showdown” erwartet, wie das Hamburger Abendblatt, das jetzt auch ein Foto der blonden Reporterin veröffentlicht.

Schliesslich hatte nicht nur die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles vom FDP-Fraktionsvorsitzenden verlangt, er müsse sich bei Laura Himmelreich entschuldigen. Und in der Süddeutschen Zeitung Süddeutschen Zeitung. attestiert Nahles der FDP ein Frauen- und ein Gleichstellungsproblem.

So kann Brüderle jetzt noch nicht einmal mehr unbefangen Hände schütteln, nur ganz zaghaft macht er Scherze über den Andrang der etwa 70 Medienvertreter.

Doch wie der ZEIT-Reporter feststellt, klammert Brüderle das Thema, weswegen die meisten Journalisten trotz strömenden Regens zur FDP-Presskonferenz gekommen sind, komplett aus. Doch Tilman Steffen stellt auch fest, dass es Brüderle offenbar gelungen ist, als eine Art lachender Dritter dazustehen und die Presseleute in zwei Lager aufzuteilen – einige verlangten nämlich bei den vielen Fragen zu Laura Himmelreich, man solle wieder zur seriösen Politik zurückkehren.

Zwar haben sich inzwischen hat sich die meisten Männer aus der FDP-Spitze hinter den 67jährigen Spitzenkandidaten gestellt und Himmelreich vor allem Unprofessionalität vorgeworfen, weil sie ihre Anschuldigungen ein Jahr lang zurückgehalten hat. Doch selbst Brüderles Pressesprecherin waren die inzwischen landaus landein bekannten frauenfeindlichen Bemerkungen vom Januar 2012 “Sie könnten auch ein Dirndl gut ausfüllen” so peinlich, dass sie ihren Chef damals ins Bett geschickt hat.

Auch für die 29jährige Laura Himmelreich ist der ganze Trubel bestimmt nicht einfach, sie kam an diesem Mittwoch in Begleitung eines Kollegen und stellte keine einzige Frage.