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Ägypten: Höchster Imam der Sunniten wirbt für Gewaltverzicht

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Ägypten: Höchster Imam der Sunniten wirbt für Gewaltverzicht

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Die höchste Autorität des sunnitischen Islam versucht, die Gewalt in Ägypten einzudämmen.
Auf Einladung des Oberhaupts des einflussreichen Al-Azhar-Islam-Instituts, Scheich Ahmed al-Tajjib, kamen Islamisten, Oppositionelle und andere gesellschaftliche Aktivisten zu einem Dialog zusammen. Dabei sprachen sie sich gegen Gewalt aus, so der Chef der regierenden Freiheits- und Gerechtigkeitspartei und sein liberaler politischer Gegenspieler.

Mohamed Saad el-Katatni, Chef der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei:

“Wir haben ein Dokument verabschiedet, darin wird jede Art von Gewalt abgelehnt. Und alle hier sind dafür, aus welcher politischen Richtung sie auch kommen, welcher Ideologie und Partei sie auch anhängen.”

Mohamed El-Baradei, Liberaler von der Islamisten-kritischen Verfassungspartei, Nationale Vereinigung für den Wandel:

“Wir sind mit einigem Optimismus zu diesem Treffen gekommen – obwohl eine Menge Herausforderungen vor uns liegen. Jeder sieht Ägypten am Rande des Abgrunds. Jeder muss alles in seiner Macht Stehende tun, um zwischen den Gruppen in Ägypten Vertrauen aufzubauen.”

Auch der Gastgeber vom Al-Azhar-Islam-Institut
sprach sich für Dialog und die politische Vielfalt in Ägypten aus. Der erste Härtetest kommt gleich an diesem Freitag: Dann soll es landesweit Großdemonstrationen geben.

Präsident Mohamed Mursi hatte am Sonntagabend den Ausnahmezustand am Suez-Kanal ausgerufen, Zuvor waren bei tagelangen Krawallen Dutzende Menschen getötet worden.

Mit AFP, dpa