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Ukraine erwägt rechtliche Schritte gegen Gasrechnung aus Moskau

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Ukraine erwägt rechtliche Schritte gegen Gasrechnung aus Moskau

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Die Ukraine erwägt rechtliche Schritte gegen die Forderung des russischen Energieriesen Gazprom von mehr als 5 Milliarden Euro. Der Gasmonopolist verlangte die Zahlung anfang dieser Woche wegen angeblicher Nichterfüllung des Gasvertrages zwischen der Ukraine und Gazprom im vergangenen Jahr. Es sei nicht die vereinbarte Menge abgenommen worden, hieß es aus Moskau.

Dem widerspricht der Energieminister der Ukraine: “Die Ukraine hat das gelieferte Gas in vollem Umfang bezahlt. Das steht außer Frage”, so Minister Eudard Stavytskyj. “Die eingegangene Forderung lassen wir von unseren Anwälten prüfen. Ich bin sicher, dass wir zu einer Einigung finden werden.”

Bemerkenswert ist laut Analysten der Zeitpunkt der russischen Forderung. Einige sind der Meinung, mit der Milliardenrechnung bestrafe Gazprom die Ukraine für die Unterzeichnung eines Gasvertrags mit Shell in der vergangenen Woche. Andere glauben, es gehe um die Zollunion, die Russland mit Weißrussland und Kasachstan geschlossen hat.

“Die russische Regierung ist besorgt, weil die Ukraine die Entscheidung über den Beitritt zur Zollunion hinauszögert”, erklärt Volodymyr Omelchenko vom Razumkov Center in Kiew. “Für Russland ist es von strategischer Bedeutung, dass die Ukraine der Union noch in diesem Jahr beitritt. Das ist der Hauptgrund.”

Gazprom wollte sich zum gegenwärtigen Konflikt mit Kiew nicht äußern. Berichten zufolge will die Ukraine die Gaseinfuhr aus Russland auch in diesem Jahr verringern.