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Wer ist Mr Vielflieger - der meistgereiste Mann der Welt?

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Wer ist Mr Vielflieger - der meistgereiste Mann der Welt?

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Niemand ist so weit auf der Erde umhergeflogen wie Fred Finn. Mit mehr als 15 Millionen Vielflieger-Meilen bestätigt das Guinness Buch der Rekorde den Briten als den meistgereisten Menschen.

Der 71jährige kommt aus dem englischen Kent und hat 139 Länder der Welt besucht. Sein Lieblingsflugzeug war die – mittlerweile eingestellte – Concorde, in der Fred Finn 718 Mal geflogen ist. Auch damit hat er einen Weltrekord aufgestellt, zudem ist Finn der einzige Flugpassagier, der jemals an einem Tag drei Mal mit der Überschall-Maschine geflogen ist. In der Concorde hatte Fred Finn auch seinen eigenen Platz: 9a, er wurde stets als erster bedient – und falls sein Platz einmal besetzt sein sollte, gesellte sich der ganz besondere Fluggast zum Piloten ins Cockpit (was vor dem 9. September 2001 durchaus noch möglich war.).

Durch den Kontakt mit der Reise-Website My Destination, einer der Gewinner des euronews’ 2012 Business Awards, hat euronews Fred Finn persönlich befragen können. Der Vielflieger arbeitet mit beim Preisausschreiben Biggest Baddest Bucket List , bei dem der glückliche Gewinner sechs Monate lang kostenlos um die Welt reisen kann und dann noch einen $50,000 Dollar-Scheck bekommt. Aber selbst wenn der Gewinner dieses Wettbewerbs die gesamten sechs Monate im Flugzeug zubringen würde, ohne sich irgendwo länger aufzuhalten, wäre er noch immer nur einen Bruchteil der Zeit geflogen, die Fred Finn in Fliegern verbracht hat, denn um sich seinem Rekord anzunähern, bräuchte man mindestens drei Jahre.

Als früherer internationaler Manager war Finn die meiste Zeit beruflich auf Reisen. Aber der Vielflieger macht zwischen Arbeit und Vergnügen keinen großen Unterschied: “Alle Reisen machen Freude, aber alles war auch Business. Ich steige nie in ein Flugzeug, ohne bei der Ankunft irgendetwas zu tun zu haben. Mir macht es Freude, Geschäfte abzuschließen, und es ist auch ein Geschäft, Freude zu machen”, sagt Finn. “Ich denke, Flughäfen sind aufregend, Reisen sind immer eine neue Erfahrung, es gibt immer einen Adrenalinschub. Ich fliege gern, ich bin da in meinem Element. Auf jedem Flug kenne ich jemanden oder jemand kennt mich. Ich frage die Piloten und Flugbegleiter, wie es ihnen geht, stelle mich allen vor. Ich will einfach nett zu den Leuten sein. Im Flugzeug bin ich in meiner eigenen kleinen Welt. Ich stelle meine Uhr auf die Ankunftszeit, esse das Richtige und solange ich ein Glas Champagner trinken kann, geht es mir gut.”
Die Rekorde, die er aufgestellt hat, waren nie sein Ziel und sind ihm auch nicht wichtig. Finn sagt: “Ich fliege, weil ich irgendwohin muss. Das ist mein Leben. Vielflieger-Meilen zu sammeln, das spornt mich nicht an.”

Dabei hat Finn durchaus negative Erfahrungen gemacht: Einmal war er an Bord eines Flugzeugs, das Hijacker entführen wollten, auch Notlandungen wegen Bombendrohungen oder technischer Defekte hat er schon miterlebt. Dabei lobt Finn stets die Professionalität der Flugbegleiter: “Alles, was man nicht kontrollieren kann, macht Angst. Aber in diesem Fall leisten die Crews hervorragende Arbeit. Im Krisenfall sind sie fantastatisch.”
Dass die Concorde wegen Sicherheitsrisiken nicht mehr fliegt, findet Finn “lächerlich”. Aber er hat auch Freude an neuen Flugzeugtypen. “Der Dreamliner ist genial. Es ist ein grünes Flugzeug, ganz aus Karbon, eines der beeindruckendsten Flugzeuge, die je gebaut wurden. Ich fliege viel lieber mit Boeing als mit Airbus. Airbus hat die Technologie der Concorde geklaut.”
Und was würde Finn nach all seinen Erfahrungen ändern? “Freie Sitzplatzwahl würde ich abschaffen. Das dauert länger, als wenn die Leute ihren festgelegten Platz haben. Oder wenn die Passagiere, die hinten sitzen, zuerst an Bord gehen. Auch die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen. Es sieht aus, als gäbe es zwei verschiedene Sicherheitsregeln: die der Flughäfen und die der Fluglinien. Das ist doch Quatsch, wenn man seinen Computer aus der Tasche herausholen muss. Warum muss man Schuhe und Gürtel ausziehen? In London sind die Flughafengebühren am teuersten und dort wird man schlechtesten behandelt. Sobald jemand eine Uniform anhat, wird er übereifrig.”

Der Vielflieger meint auch, dass es durch die Billigflieger bergab geht und sich die Bedingungen bei Flugreisen verschlechtert haben. “Ich glaube, Leute, die mit Low-Coast-Airlines fliegen, fliegen nicht mit anderen. Die Preise fürs Reisen sind berechtigt. Warum sollte man die Standards herabsetzen? Die Billigflieger tun das. Sie stellen billigeres Personal ein, können sich kein gut bezahltes leisten. Die Kosten werden gesenkt. Die Airlines tun das vor allem wegen der hohen Spritpreise, Flughafengebühren etc., und dann gehen die Flugstandards immer weiter nach unten.”
Doch Finn ist nicht nur sehr gerne in der Luft unterwegs, sondern fühlt sich auch auf See und an Land wohl:
“Ich liebe Ozeanreisen. Ich habe auf der Queen Elizabeth 2 Vorträge gehalten. Und ich reise auch gerne mit der Bahn. Vor allem in der Ukraine war ich mit dem Zug unterwegs.” Finn hält sich viel in der Ukraine auf, denn von dort kommt seine Frau.
Er würde auch gerne mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren, aber das würde elf Tage dauern. Und Finn kann es sich nicht vorstellen, so lange von der Welt abgeschnitten zu sein. Elf Tage weg von seinem normalen Leben, das kann er sich im Moment nicht wirklich vorstellen. Der Flugzeug-Fan liebt auch schnelle Autos, aber Motorräder lehnt er ab, er wolle keine Körperteile verlieren.

Die schönsten Länder, die Finn besucht hat, seien Kenia, die Ukraine, Kroatien, die USA und die Seyschellen. Und ein Land, in das er lieber nicht wieder reisen würde, ist Nigeria.
Einen Flecken der Erde, den der Viel-Reisende gerne noch besuchen würde, ist die Antarktis.
Und wo würde Finn am liebsten bleiben, wenn er nicht mehr reisen könnte? “Aus verschiedenen Gründen ist das schwierig zu entscheiden. Weil ich Europäer bin, bin ich gerne in Europa. Ich liebe alle vier Jahreszeiten in Europa, und Europa ist gut zu erreichen. Wahrscheinlich würde ich mich für die Ukraine entscheiden. Dort mag ich den Herbst und den Frühling ganz besonders. Ich liebe auch Spanien – die Gegend um Girona, dort könnte ich leben.”
Auch zum Mond wollte Finn schon reisen, aber diese Pläne hat er zur Zeit aufgegeben. “Eine Reise auf den Mond ist für mich wohl nicht realistisch. Das kann man sich nicht wirklich leisten. Und wenn man mal dort ist, gibt es nicht viel zu sehen. Man kann nur sagen, dass man dort war.”
Den My Destination-Preis findet Finn spannend. “Das ist genial! Der größte Reise-Preis, von dem ich je gehört habe, eine unvorstellbare Chance für den Gewinner. Ich habe immer gesagt, dass ich beim Reisen am meisten gelernt habe. Ich bin stolz, bei diesem Wettbewerb mitzumachen. Ich rate allen, daran teilzunehmen. Das ist eine einmalige Gelegenheit.”

Wenn Sie sehen wollen, was es mit My Destination auf sich hat, klicken Sie auf das untenstehende Bild…

Biggest Baddest Bucket list