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Ägypten: Polizeigewalt bringt Mursi in Bedrängnis

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Ägypten: Polizeigewalt bringt Mursi in Bedrängnis

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Aufnahmen, die zeigen wie ein Demonstrant von Polizisten misshandelt wird, sorgen in Ägypten für Empörung.

Die Szene soll sich am Freitag am Rande der Proteste vor dem Präsidentenpalast zugetragen haben. Die Polizisten zogen den Mann aus und schlugen ihn mit Knüppeln. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der 50-Jährige habe Molotowcocktails bei sich gehabt.

Präsident Mohammed Mursi teilte über seinen Sprecher mit, er sei bestürzt. Das Vorgehen der Polizisten sei mit der Menschenwürde unvereinbar. Es handele sich jedoch um einen Einzelfall, der untersucht und geahndet werde.

Die größte Oppositionskoalition, die einen Dialog mit Mursi aufgenommen hatte, ruft nun zum Sturz der Regierung auf.

Ein Passant in Kairo sagte: “Ein solcher Angriff auf einen Menschen lässt sich nicht rechtfertigen. Es ist eine schwere Verletzung der Menschenrechte. Die Polizisten hätten ihn einfach festnehmen können statt ihn zusammenzuschlagen.” Ein anderer fügte hinzu: “Wir alle verurteilen, was diese Polizisten getan haben, selbst wenn es sich bei dem Opfer um einen Dieb oder einen Randalierer handelte.”

Bei den jüngsten Ausschreitungen in der ägyptischen Hauptstadt wurde ein Mensch getötet. Mehr als 100 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.