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Magdalenenheime - Ein dunkles Kapitel Irlands

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Magdalenenheime - Ein dunkles Kapitel Irlands

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Die irische Regierung hat sich bei den Frauen entschuldigt, die jahrelang in den katholischen Magdalenenheimen ausgebeutet wurden.

Einem Bericht zufolge mussten bis zu Zehntausend Frauen zwischen 1922 und 1996 in Arbeitshäusern unentgeltlich schuften.

Oft waren es sogenannte “gefallene Mädchen”. Der irische Ministerpräsident Enda Kenny sagte: “Das Stigma, das auf den 10.000 Frauen, den Insassen der Magdalenenheimen, lastete, muss entfernt werden und es hätte schon viel früher geschehen müssen. Es tut mir wirklich leid, dass es so lange gedauert hat.”

Nutznießer der Zwangsarbeit waren unter anderem die Regierung, die Armee und Privatunternehmen.

Diane, eine der Insassinen, erinnert sich: “Ich war nur in der Wäscherei. Ich bügelte Bettwäsche tagein, tagaus. Ich verbrannte mir die Finger und wurde nicht bezahlt.” Marina leidet bis heute: “Ich habe mein Leben lang auf Gerechtigkeit gewartet. Jetzt bin ich 77 und hoffe, dass wir endlich Gerechtigkeit bekommen, für das, was uns in den Wäschereien angetan wurde.”

Die Verpflegung in den Magdalenenheimen war miserabel, die Unterbringung spartanisch. Oft wurden den Frauen neue Namen gegeben – oder sie wurden schlicht durchnummeriert und mit ihrer Kennzahl angesprochen. Viele der Mädchen wurden von ihren Familien geschickt, weil sie unartig waren oder ein uneheliches Kind erwarteten.