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Ausbeutung der Olympia-Arbeiter in Sotschi

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Ausbeutung der Olympia-Arbeiter in Sotschi

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Im russischen Sotschi, dem Austragungsort der kommenden Olympischen Winterspiele werden beim Bau der Sportstätten offensichtlich Gastarbeiter zu Dumpinglöhnen eingesetzt.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation “Human Rights Watch” kommen die Arbeiter meistens aus den armen Ex-Sowjetrepubliken in Zentralasien – zum Beispiel aus Tadschikistan, Kirgisien und Usbekistan. Die Arbeitskräfte würden zu Hungerlöhnen von oft nicht einmal zwei Euro pro Stunde beschäftigt, wie Julia Gorbunowa von Human Rights Watch mitteilte:
“Wir haben herausgefunden, dass russische Behörden und Unternehmen, die bei den Vorbereitungen zu den Winterspielen beteiligt sind, in vielen Fällen gegen das Arbeitsrecht verstoßen haben.”

Darüber hinaus würden die Bauunternehmen oft Monate lang keine Löhne zahlen.
Von der Ausbeutung der Gastarbeiter will Anatoli Pachomow, der Bürgermeister von Sotschi aber nichts erfahren haben: „Ich kann ihnen mitteilen, dass es in der ganzen Zeit nur zwei Beschwerden im Bürgermeister-Büro eingegangen sind. Deshalb sind diese Verstöße, die sie ansprechen, für mich unbekannt.”
Die Reisepässe werden sogar einbehalten, um die Arbeiter erpressen zu können. Viele von Ihnen sind in Zwölf-Stunden-Schichten ohne Pause im Einsatz.
Insgesamt sind nach offiziellen Angaben 72.400 Arbeiter beim Bau der Wettkampfanlagen, Hotels und Unterkünfte eingesetzt. Laut Human Rights Watch kommen davon mindestens 16.000 Arbeitskräfte aus dem Ausland.
Morgen starten IOC-Präsident Jaques Rogge und Russlands Präsident Wladimir Putin offiziell den Countdown für die Winterspiele in Sotschi 2014.
“Human Rights Watch” forderte das Internationale Olympische Komitee auf, solche Verstöße gegen das russische Arbeitsrecht künftig zu verhindern.

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