Eilmeldung

Eilmeldung

Konferenz der "Organisation der islamischen Kooperation"

Sie lesen gerade:

Konferenz der "Organisation der islamischen Kooperation"

Schriftgrösse Aa Aa

Die findet gerade in Kairo statt und aus diesem Anlass kommt auch erstmals seit der “Islamischen Revolution” 1979 ein iranisches Staatsoberhaupt nach Ägypten. Entscheidende Voraussetzung dafür war dafür war die Wahl des Muslimbruders Mohammed Mursi zum ägyptischen Präsidenten.
Der Ägypter hatte diese neue Qualität der Beziehungen mit seinem Besuch in Teheran im August zum Gipfel der blockfreien Staaten eingeleitet. Dass Ägyptens Präsident Anwar Al-Sadat 1979 in einem Friedensvertrag das Existenzrecht Israels anerkannte, haben ihm die islamischen Führer des Iran nie verziehen. Im Jahr der Vertragunterzeichnung von Washington vertrieben sie den Schah aus Teheran. Dem gewährte dann Präsident Sadat in Ägypten Asyl. Beigesetzt wurde der Schah nach seinem Tod in einer Kairoer Moschee. Und in Teheran wurde im Gegenzug eine Straße nach dem Mörder von Sadat benannt!
57 Länder gehören zur “Organisation der islamischen Kooperation” – OIC . Die beschloss bei ihrer letzten Tagung im August in Mekka Syriens Mitgliedschaft auszusetzen – mit einer Gegenstimme, jener des Iran. Wie bei den Christen so gibt es auch bei den Muslimen unterschiedliche Glaubensrichtungen. 80% der Muslime im Nahen Osten bekennen sich zur sunnitischen Glaubensrichtung – und nur 15 % zu der im Iran vorherrschenden schiitischen Variante. Außerdem leben große schiitische Gemeinden im Irak und im Jemen. Im Iran sind 80% der Bevölkerung Schiiten.
In Ägypten und Saudi-Arabien, den beiden größten Ländern der Region, machen die Sunniten 90%, bzw. 97% der Bevölkerung aus. In Syrien sind 75% der Bevölkerung Sunniten, beherrscht wird das Land aber von alewitischen Assad-Clan. Die Alewiten stellen aber nur 11 % der syrischen Bevölkerung.
In Bahrain regiert eine sunnitische Monarchie ein Volk aus 60 % Schiiten. Allerdings verstehen sich der Alewit Assad aus Syrien und der Schiit Achmadinedschad aus dem Iran bestens. Sie haben in den Sunniten einen gemeinsamen Feind gefunden. Im Inselstaat Bahrain verschärften sich im Zuge des “arabischen Frühlings” die Spannungen.
Die Schiiten fühlen sich unterdrückt. Als sie aufbegehrten, schickte der König von Saudi Arabien seinem sunnitischen Kollegen am Golf Soldaten und Polizisten. Der Iran ist in der arabischen Welt gerade wegen seiner aggressiven Außenpolitik nicht besonders gut gelitten. Da kommt jetzt das ägyptische Interesse an der Bildung eines starken islamischen Bündnisses durchaus gelegen.