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Neues Kabinett für Tunesien nach Mord an Regierungskritiker

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Neues Kabinett für Tunesien nach Mord an Regierungskritiker

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Nach dem Mord am oppositionellen Chokri Belaïd und spontanen heftigen Protesten gegen die von Islamisten geführte Regierung hat der tunesische Ministerpräsident sein Kabinett umgebildet.

Er wolle Wahlen, so bald es geht. Bis dahin solle ein kleines überparteiliches Technokratenkabinett regieren, sagte Hamadi Jebali in einer Rede an die Nation.

Hamadi Jebali, tunesischer Ministerpräsident:

“Ich habe beschlossen, eine überparteiliche Regierung der nationalen Einheit zu bilden.”

Der Oppositionsführer Chokri Belaïd (48) war vor seinem Haus in Tunis erschossen worden. Er war Anführer der linken Oppositionspartei “Bewegung der demokratischen Patrioten” und trat für die Trennung von Staat und Religion ein.

Bei Unruhen zwischen tausenden Demonstranten und der Polizei ist nach Angaben des Innenministeriums in Tunis ein Polizist von Steinen getroffen worden und gestorben.

Viele Demonstranten machten – wie zuvor die Ehefrau des Mordopfers – Anhänger der islamistischen Regierungspartei Ennahda für das Attentat verantwortlich.

Regierungspolitiker wiesen die Vorwürfe zurück.

Mit Reuters