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Proteste in Tunis nach Ermordung von Oppositionsführer

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Proteste in Tunis nach Ermordung von Oppositionsführer

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Mehr als tausend Menschen haben nach der Ermordung eines Oppositionspolitikers in Tunesien demonstriert. Vor dem Justizministerium in Tunis forderten sie den Rücktritt der amtierenden Regierung. In der Stadt Mezzouna nahe Sidi Bouzid wurde das Büro der regierenden islamistischen Ennahda-Partei in Brand gesetzt.

Bei dem Opfer handelt es sich um Chokri Belaïd, Anführer der linken Oppositionspartei “Bewegung der demokratischen Patrioten”. Er wurde vor seinem Haus in Tunis erschossen. Über den oder die Täter ist noch nichts bekannt. Der Jurist Belaïd galt in Tunesien als einer der schärfsten Gegner der Regierungskoalition. Immer wieder warnte er auch vor der Gewalt islamischer Extremisten.

Der tunesische Präsident Moncef Marzouki erklärte vor dem EU-Parlament in Straßburg: “Dies ist ein niederträchtiges Attentat auf einen Politiker, den ich gut kenne und der mein langjähriger Freund war. Dass dies heute passiert, wo klar war, ich würde vor dem Parlament sprechen – das ist eine Drohung. Man hat uns sozusagen einen Drohbrief geschickt, der aber nicht angekommen ist. Wir lehnen diesen Brief ab. Wir lehnen diese Botschaft ab. Wir werden zunächst damit fortfahren, die Feinde der Revolution zu demaskieren.”

Belaid ist der zweite Oppositionspolitiker, der seit dem Sturz von Langzeitpräsident Ben Ali Anfang 2011 gewaltsam ums Leben kam. Im Land streiten laizistische und islamistische Kräfte über die Ausrichtung der Politik. In Tunesien hatte vor zwei Jahren der Arabische Frühling begonnen und sich dann in die Nachbarländer ausgebreitet.