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Wer erschoss Chokri Belaïd? Vorwürfe gegen Tunesiens regierende Islamisten

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Wer erschoss Chokri Belaïd? Vorwürfe gegen Tunesiens regierende Islamisten

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Es war ein politischer Mord, daran zweifelt kaum einer seiner Anhänger. In Tunesien ist der Oppositionsführer Chokri Belaïd (48) vor seinem Haus in Tunis erschossen worden, der Anführer der linken Oppositionspartei “Bewegung der demokratischen Patrioten”.

Allein in der Hauptstadt Tunis gingen daraufhin Tausende Menschen auf die Straße und protestierten. In der Stadt Mezzouna nahe Sidi Bouzid wurde ein Büro der islamistischen Regierungspartei laut Augenzeugen angesteckt.

Viele Demonstranten machten – wie zuvor die Ehefrau des Mordopfers – Anhänger der islamistischen Regierungspartei Ennahda für das Attentat verantwortlich.

Regierungspolitiker wiesen die Vorwürfe zurück.

Chokri Belaïd trat für die Trennung von
Staat und Religion ein und galt in Tunesien als einer der schärfsten Regierungsgegner.

Oppositionspolitiker riefen zu einem Generalstreik auf. Sie kündigten an, vorerst nicht mehr in der verfassunggebenden Versammlung mitarbeiten zu wollen.

Belaïd ist der zweite Oppositionspolitiker, der seit dem Sturz von Langzeitpräsident Zine el Abidine Ben Ali Anfang 2011 gewaltsam ums Leben kam. Im vergangenen Oktober starb Lotfi Naguedh nach einem Angriff von Regierungsanhängern auf sein Büro. Er soll nach einer Prügelattacke einen Herzinfarkt erlitten haben.

Der Mord habe dem nordafrikanischen Mittelmeerland eine seiner mutigsten und
unabhängigsten Stimmen genommen, sagte Frankreichs Präsident François Hollande.

Mit Reuters, dpa, AFP